DFL gibt Leo Kirch den Laufpass

Schwarzer Dienstag für Leo Kirch, den Medienmogul a. D.: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wird die Kooperation mit Kirchs Sportrechteagentur Sirius schon zum 30. September aufkündigen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Die DFL zieht damit die Konsequenz aus der Vermarktungskrise der Fußball-Fernsehrechte, die sich seit Monaten hinzieht. Für Leo Kirch ist damit auch der letzte Comeback-Versuch auf der Fernsehbühne gescheitert, die Fußball-Bundesliga muss mit deutlich weniger Einnahmen rechnen.

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Spekulationen kursierten schon seit längerer Zeit, jetzt soll der Entschluss feststehen: „Die Zusammenarbeit mit Sirius neigt sich dem Ende zu“, hat das „Handelblatt“ aus Kreisen der Profiklubs erfahren. Das Ende der Kooperation wollten bislang weder die DFL noch Kirch bestätigen oder kommentieren. Aber der Bruch mit Sirius scheint unausweichlich, um die unhaltbare Situation zu beenden: Die Profiklubs haben zuletzt den Druck auf die DFL stark erhöht, die Kooperation mit Sirius aufzukündigen, um so die neue Ausschreibung der Bundesligarechte zu ermöglichen. Laut Vertrag hat die Liga noch bis zum 30. September die Möglichkeit, die Vergabesituation zu beeinflussen. Diese Option soll sie nun wahr genommen haben. „Es geht jetzt darum, möglichst geschickt aus der Nummer herauszukommen“, beschreibt das „Handelsblatt“ die Stimmung in der Liga.

Für Leo Kirch wird damit ein groß gedachtes Comeback auf der schillernden Fernsehbühne zum mittelschweren Dramolett. Sein finanzieller Verlust wird auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzt; dass sich der schon einmal spektakulär im Fernsehbusiness gescheiterte 81-Jährige noch um seine Imagewerte grämt, ist dagegen nicht zu erwarten. Der Medienunternehmer hatte der DFL und den 36 Profiklubs ab der Saison 2009/2010 jährliche Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro garantiert. Ein Deal, der vom Bundeskartellamt verhindert wurde, das sich mit unerwarteter Bockigkeit gegen das Milliardengeschäft stemmte. Noch immer verlangt die Regulierungsbehörde, dass die Liga eine relevante Zusammenfassung des Spieltages am Samstagabend vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gewährleisten muss. Kirch und die DFL hatten auf eine exklusive Vermarktung der Spiele spekuliert.

Für die DFL geht die Arbeit an der kompliziertesten Ausschreibung von Fernsehrechten in der Geschichte der Fußball-Bundesliga weiter. Inzwischen wird damit gerechnet, dass die Vermarktung der Liga erst zum Start der Rückrunde Anfang 2009 möglich wird. Kirch wird dabei nicht der einzige Verlierer bleiben: Den Profiklubs droht ein schmerzlicher Einnahme-Rückgang.

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