Fußball-Rechte: Premiere pokert wieder

In die eingeschlafenen Verhandlungen um die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga ist wieder Bewegung geraten: Nachdem Mark Williams bei Premiere am Mittwoch überraschend Michael Börnicke als Führungskraft abgelöst hatte, bemüht sich der Pay-TV-Sender wieder verstärkt um die Fußballrechte. Der Deal könnte schnell über die Bühne gehen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sucht nach einer Lösung aus der Vermarktungskrise, Premiere will mit Quotenkönig Fußball bessere Zeiten einläuten.

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Die Anzeichen verdichten sich, dass Premiere der Deutschen Fußball Liga den Direktkauf der Pay-TV-Rechte ab der Saison 2009/2010 anbieten wird – und damit die Rolle der Kirch-Vermarktungsfirma Sirius einnimmt, die durch die unnachgiebige Haltung des Bundeskartellamts aus dem Wettbewerb katapultiert wurde. Dem Vernehmen nach befindet sich Tom Mockridge, neben dem neuen CEO Williams der zweite von Rupert Murdoch nach München entsandte Aufsichtsrat, bereits in intensiven Gesprächen mit der DFL.

Der Neuseeländer Williams hat wenige Tage nach seinem Dienstantritt unmissverständlich die Prioritäten für die kommenden Monate benannt. Dazu zählt, sich die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga zu sichern, wie Premiere-Sprecher Torsten Fricke dem „Tagesspiegel“ bestätigte. Für Premiere ist der Erwerb der Fußballrechte inzwischen lebensnotwendig. Als sich Konkurrent Arena im Dezember 2005 die bis 2009 laufenden Rechte an der Eliteliga sichern konnte, begannen für Premiere magere Zeiten.

Auch die DFL befindet sich in einer misslichen Lage, aus der sie sich lieber heute als morgen befreien würde. Noch immer sucht sie einen Ausweg aus dem Dilemma, das durch die Entscheidung des Bundeskartellamtes ausgelöst wurde, dass die Fußball-Fernsehrechte nur mit zeitnaher Übertragung der Spiele im frei zugänglichen Fernsehen vermarktet werden dürfen. Indes: Ob eine eine neue Konstellation den Segen des Kartellamts finden wird, ist völlig offen.

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