Kampf gegen den Google-Yahoo-Deal

Die einflussreiche US-Handelsgruppe Association of National Advertisers (ANA) hat sich in einem Brief an das Justice Department gegen die geplante Online-Werbepartnerschaft von Google und Yahoo gewandt. Für Inserenten sei "der Deal per Saldo negativ" und müsse untersagt werden, schreibt ANA-President und CEO Bob Liodice. Die Kooperation würde Google ermöglichen, Anzeigen auf Yahoo-Seiten zu verkaufen. Die ANA befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung.

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Der ANA, einer der wichtigsten Handelsgruppen der USA, gehören Konzerne wie Procter & Gamble Co. oder General Motors Corp. an. Aufgrund der Bedeutung der ANA bewertet das „Wall Street Journal“ deren Forderung als „Schlag gegen Yahoo und Google“.

In dem Brief an das Justice Department heißt es, „dass eine Google-Yahoo-Partnerschaft 90 Prozent des Suchanzeigen-Marktes kontrollieren wird“. Die ANA fürchtet, dass die Unternehmen dadurch eine marktbeherrschende Stellung erlangen. Dies führe zu einer Verzerrung des Wettbewerbs und treibe die Preise für Such-Anzeigen in die Höhe.

Dieser Einschätzung liegt nach Angaben der ANA eine „umfangreiche, unabhängige Untersuchung zugrunde, die Informationen aus dem Vorstand und direkte Gespräche mit Google und Yahoo einbezog“.

Die Suchmaschinen-Unternehmen hatten ihre Partnerschaft im Juni beschlossen, nachdem der Verkauf von Yahoo an Microsoft geplatzt war. Obwohl die Kooperation nicht offiziell durch die Kartellbehörde abgesegnet werden muss, kündigten Google und Yahoo ein 100-Tage-Moratorium an. Damit sollte dem Department of Justice die Gelegenheit gegeben werden, sich mit den Details vertraut zu machen, um so das Risiko einer späteren Intervention durch die Kartellbehörde zu minimieren.

Die Kooperation würde die beiden größten Suchanzeigen-Unternehmen zusammenführen. Schon heute teilen sich Google und Yahoo 80 Prozent des Suchanzeigen-Marktes, 70 Prozent davon geht allein auf das Konto von Google. Nicht alle betroffenen Werbetreibenden sind der Partnerschaft abgeneigt. Zahlreiche große Werbeagenturen und Inserenten versprechen sich davon effektivere Werbung auf den Yahoo-Plattformen.

Yahoo zeigte sich in einer Stellungnahme „enttäuscht“ vom Vorstoß der ANA. Das Abkommen werde „Yahoos Wettbewerbs-Position im Online-Werbemarkt stärken“. Im übrigen werden „die Preise von der Nachfrage und nicht die Zusammenarbeit von Google und Yahoo bestimmt“. – Das ist auch dringend nötig. Nach dem Microsoft-Debakel verspricht sich Yahoo von dem Google-Deal jährliche Mehreinnahmen von 800 Millionen Dollar.

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