Welte soll Burda-Vorstand werden

Philipp Welte, derzeit Chef des Axel Springer Vermarkters Media Impact soll offenbar noch in diesem Jahr zu seiner alten Wirkungsstätte, dem Burda Verlag, zurückkehren und in den Vorstand einziehen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Dass Welte nach nur zwei Jahren Springer wieder verlässt, wurde in der Branche schon länger kolportiert. Bei Burda könnte die Personalie einen tief greifenden Generationswechsel einläuten. Laut dem "SZ"-Bericht soll Welte bei Burda Jürgen Todenhöfer im Vorstand ersetzen.

Anzeige

Todenhöfer ist Herr über die Zahlen im Burda-Reich, ihm unterstehen auch die Zeitschriften mit Ausnahme des Focus-Verlags und der Verlagsgruppe Milchstrasse. Diese fallen in die Zuständigkeit des 1. Journalisten des Hauses, Helmut Markwort. Todenhöfer wird am 12. November 2010 70 Jahre alt. In jüngster Zeit schien er sich mehr für seine ambitionierten Buch-Projekte zu interessieren, als für die Medienbranche. Todenhöfer reiste inkognito in den Irak und schrieb das Buch „Warum tötest Du, Zaid?“. Auch persönlich, so ist aus dem Umfeld des Münchner Verlages zu hören, soll es zwischen dem Verleger und seinem Vize Todenhöfer in jüngerer Zeit zu einigen Meinungsverschiedenheiten gekommen sein. Die Zeit für einen Wechsel wäre also reif. „T“s Vertrag läuft noch bis zu seinem 70. Geburtstag. Dass er verlängert wird, erscheint ausgeschlossen. Nicht nur wegen des hohen Lebensalters.

Ob Welte bei seiner Rückkehr auch den Titel als Stellvertreter des Verlegers angeheftet bekommt, ist noch unklar. Mit dem Finanzmann Paul-Bernhard Kallen und der forschen New-Media-Woman Christiane zu Salm sind zwei weitere Vorstände im Rennen, denen im Haus ein sportliches Konkurrenzverhältnis nachgesagt wird.

Welte ist bei Hubert Burda in bester Erinnerung. In seiner Amtszeit als Geschäftsführer der Burda People Group entwickelten sich die Blätter „Bunte“ und „InStyle“ zu wahren Cash Cows. Als Welte 2006 dem Verlag den Rücken kehrte, geschah dies wohl auch vor dem Hintergrund, dass Vorstandsweihen bei Burda in allzu weiter Ferne schienen. Das hat sich geändert. Die Ära Todenhöfer neigt sich dem Ende zu. Und die Ära Helmut Markwort? Sein Vertrag läuft bis Ende 2010. Am 8. Dezember 2010 wird Markwort 74. Man muss kein Medien-Einstein sein, um festzustellen, dass sich bei „Focus“ die Nachfolge-Frage stellt. Dass Markworts Co-Chefredakteur Uli Baur den „Focus“ im Alleingang zu neuen Höhen führen wird, wenn Markwort abtritt, erscheint als äußerst unwahrscheinlich. Wenn Markwort eines nicht mehr fernen Tages abtritt, sollte ein Neuer her, der frischen Wind in den „Focus“ bringt.

Für Philipp Welte hat sich der Ausflug zu Axel Springer gelohnt. Er hat es bei dem Zeitungskonzern zwar nicht bis nach ganz oben geschafft. Dem verlorenen Sohn wird bei der Heimkehr in München aber der rote Teppich ausgerollt. Weltes Aufgaben als Chef der Vermarktungseinheit Axel Springer Media Impact soll wohl Peter Würtenberger, derzeit Verlagsgeschäftsführer der Welt-Gruppe, übernehmen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige