Ikea-Erfolg: Millionen klicken „Nils im Käfig“

Vier Tage nach dem Start hat sich die "Warte bis September"-Aktion von Ikea zu einem Web-Erfolg entwickelt. Während die zuständige Hamburger Werbeagentur Nordpol die ersten Zahlen veröffentlicht, ist im Internet eine rege Diskussion angelaufen. Im Gästebuch stehen mehr als 5.000 Einträge. Doch die Reaktionen sind nicht nur positiv; ihre Bandbreite reicht von dem Lob der gelungenen Viral-Kampagne bis zu deren völliger Ablehnung. Ein Blogger behauptet sogar, Ikea habe die Idee zu dem Projekt von ihm geklaut.

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Rund 3,8 Millionen Menschen haben nach Angaben der Agentur Nordpol die „Warte-bis-September“-Seite bis zum 25. August angeklickt. Die Zahl derjenigen, die dem Protagonisten Nils vorschlagen, welchen Film er im Fernsehen anschaut, was er essen oder welches Bild er malen soll, wird mit 20.000 angegeben. Im Gästebuch stehen mehr als 5.000 Einträge.

Auch wenn die Beiträge dieser Community im allgemeinen nicht über banale Allerweltskommentare hinausreichen, zeugt allein ihre Zahl von der erstaunlichen Wirkung des Experiments: Die Viral-Kampagne hat sich in der Blogosphäre des Internets mit Grippegeschwindigkeit ausgebreitet. Den Print-Bereich hat sie noch nicht erreicht.

Viele Blogs loben die gelungene Viral-Kampagne: „Wohl die ungewöhnlichste Art der Internetwerbung und des viralen Marketing, die ich bislang im deutschen Teil des Web entdeckt habe.“ Auch Styropor zeigt sich beeindruckt: „Mit einem interaktiven Live-Stream hat Ikea binnen Stunden einen Buzz im Web ausgelöst.“

Aber nicht alle sind über das Ikea-Projekt glücklich. Frenzy66 zeigt dabei eine selbstkritische Haltung: „Ich frag mich grad wer dümmer ist, der typ da im käfig oder ich, weil ichs mir ankucke“. Für zahlreiche Kommentatoren wird das Gefallen an „Warte bis September“ durch die Ausbeutung bei Ikea verdorben. In mehreren Blogs haben sich Spekulationen darüber entsponnen, ob der Live-Stream überhaupt echt ist. Ein Kommentator glaubt sogar, der Mann namens Nils sei in Wirklichkeit einer der „Cyborgs, die es ab September auch bei Ikea zu kaufen gibt“.

MC Winkel dagegen erhebt einen schwerwiegenden Vorwurf: Ikea – so der Blogger – habe die Idee zu dem Projekt von ihm geklaut. Er schreibt: „Eigentlich sollte ich denen meine Idee in Rechnung stellen. Ähnliches hab ich nämlich den Marketing-Leuten Anfang des Jahres vorgeschlagen. Projekt kam nicht zustande… bis jetzt. Frechheit. [Ist übrigens kein Scherz.]“

Daraufhin macht Robert Basic Vorschläge, um die Geschichte gütlich aus der Welt zu schaffen: Der Möbelkonzern solle MC Winkel entweder eine komplette Wohnungseinrichtung spendieren oder ihn zu einem Schweden-Besuch inklusive Frühstück mit der Königin einladen.
Nun schaltet sich Don Alphonso in die Debatte ein. Er distanziert sich von der “Marke MC Winkel” und attestiert ihm einen „zynischen Zugang zum Werbenden“. Das „Verpfeifen von ausgestiegenen Geschäftspartnern an den eigenen Mob“ helfe, „diesen Bereich der Professionalisierung der Blogosphäre voranzubringen“.

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