Die Fusion von GfK und TNS ist gescheitert

Es sieht aus, als habe sich Martin Sorrells Hartnäckigkeit ausgezahlt: Der geplante „Zusammenschluss unter Gleichen“ zwischen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und dem britischen Marktforscher Taylor Nelson Sofres (TNS) kommt nun doch nicht zustande. Die Nürnberger ziehen sich aus dem Bieterkampf mit WPP zurück, meldet „manager-magazin.de“. Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Marktforschers entschlossen sich zu dem Schritt, weil Finanzpartner Apax zu viele Bedingungen gestellt hatte.

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„Nach sorgfältiger Prüfung, ist der Vorstand zu dem Schluss gekommen, dass unter den Bedingungen, zu denen eine Finanzierung möglich gewesen wäre, kein ausreichend zufrieden stellendes Alternativangebot für TNS ermöglicht hätte, das zudem ökonomisch im besten Interesse der GfK-Aktionäre gewesen wäre (sic)“, hieß es etwas holprig in einer Ad-hoc-Meldung des Unternehmens am Morgen.

Offenbar scheiterten die Gespräche mit Apax daran, dass der Investor umfangreiche Kontrollrechte eingefordert hatte – ein Vorgeschmack auf den Versuch, vielleicht die Macht bei der GfK zu übernehmen? Das jedenfalls befürchteten die rund 570 Mitglieder des GfK-Vereins, der sich aus Unternehmen, Privatpersonen und Institutionen zusammensetzt, schreibt „manager-magazin.de“. Der GfK-Verein ist mit 57 Prozent der größte Hauptaktionär der GfK AG.

Der Rückzug bildet das Ende eines monatelangen Bieterkampfes zwischen der GfK und dem britischen Werbekonzern WPP. Sorrells aggressive Vorstöße brachten die GfK in Zugzwang. Sie musste einen Großinvestor finden, um überhaupt weiter mithalten zu können. Doch das ist ihr nicht gelungen: Auch vorherige Verhandlungen mit anderen potenziellen Finanziers waren an überzogenen Vorstellungen gescheitert, etwa auf Seiten von Großinvestor Herz (Tchibo, Puma, Germanischer Lloyd).

Nun hat Sir Martin freie Fahrt. Die Übernahme von TNS könnte Sorrells Konzern an die Weltspitze bringen – noch vor der Omnicom Group, dem größten Konkurrenten.

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