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Lässt DFL den Vertrag mit Sirius platzen?

Das Gezerre um die Bundesliga-Fernsehrechte scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben: Laut Informationen von „Sport Bild“ will die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Zusammenarbeit mit ihrem Vermarktungspartner, der Kirch-Firma Sirius, beenden und doch nicht juristisch gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts vorgehen. Liga-Präsident Reinhard Rauball hingegen dementiert diese Meldung: „Es ist noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, wie die DFL mit dem Sirius-Vertrag umgeht.“

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Die Entscheidung der DFL, die bis zum 30. September befristete Option zum Ausstieg aus dem drei Milliarden Euro schweren Vertrag mit der Kirch-Tochter Sirius wahrzunehmen, soll auf ihrer Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag in Frankfurt gefallen sein. Dort hatte der DFL-Vorstand versucht, die verworrene Situation im Streit um die zentrale TV-Vermarktung der Liga zu lösen. Bislang war davon ausgegangen worden, dass die DFL alle juristischen Mittel einsetzen wird, um gegen die Entscheidung des Bundeskartellamt vom 24. Juli vorzugehen. Die Bonner Behörde hatte die DFL-Pläne für die zentrale TV-Vermarktung abgelehnt und eine zeitnahe Fußball-Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen als Verbraucher-Grundrecht gefordert.

Nun will die DFL, so die „Sport Bild“, aus Zeitgründen auf eine einstweilige Verfügung gegen die Kartellamts-Entscheidung verzichten und die Zusammenarbeit mit dem Vermarktungspartner Sirius beenden. Ursprünglich hatte Sirius mit der DFL einen Kontrakt über die TV-Vermarktung der Bundesliga zwischen 2009 und 2015 mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro geschlossen.

Zuletzt hatte sich im deutschen Profi-Fußball eine bislang einzigartige Allianz gegen das Bundeskartellamt gebildet: Dieses gefährde als Totengräber des deutschen Fußballs mit seiner Grundsatzentscheidung die wirtschaftliche Situation vieler Profiklubs und damit deren Wettbewerbsfähigkeit auch im internationalen Kontext. Wenn die DFL nun diese Linie verlassen würde, hätte das in erster Linie zeitliche Gründe: Alle 36 Profklubs müssen bis zum 14. März 2009 die Lizenzunterlagen für die neue Saison bei der DFL eingereicht haben. Bis dahin müssen die Klubs aber auch spätestens wissen, wie viel TV-Gelder sie in ihrem Budget ausweisen können.

Würde die DFL aber mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Entscheidung des Kartellamts – dass die Bundesliga-Zusammenfassung am Sonnabend im Free-TV vor 20 Uhr laufen muss – vorgehen, könnte es Monate dauern, bis das Oberlandesgericht Düsseldorf zu einem Urteil käme. Dann aber wäre der korrekte Ablauf des Lizenzierungs-Verfahrens nicht mehr gewährleistet.

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