„Tagesthemen“ immer noch nicht erfolgreicher

Sie haben es schon wieder getan! Die Macher der „Tagesthemen“ haben nach nur zwei Monaten schon wieder eine Pressemitteilung zu einem angeblichen Zuschauererfolg der Sendung verschickt. „Zuschauerinteresse an Tagesthemen steigt“ heißt es da. Dabei hatte ich doch vor erst zwei Monaten angesichts der damaligen ähnlich klingenden Pressemitteilung mit dem Titel „Tagesthemen gewinnen Zuschauer“ geschrieben, dass […]

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Sie haben es schon wieder getan! Die Macher der „Tagesthemen“ haben nach nur zwei Monaten schon wieder eine Pressemitteilung zu einem angeblichen Zuschauererfolg der Sendung verschickt. „Zuschauerinteresse an Tagesthemen steigt“ heißt es da. Dabei hatte ich doch vor erst zwei Monaten angesichts der damaligen ähnlich klingenden Pressemitteilung mit dem Titel „Tagesthemen gewinnen Zuschauer“ geschrieben, dass das Gegenteil der Fall ist und die Sendung 2008 so schlechte Marktanteile wie nie zuvor erreicht.

Ja und jetzt? Hat sich in den zwei Monaten etwa wirklich etwas so Grundsätzliches an den Quoten geändert, damit diese Verlaufskurve nicht mehr die Realität abbildet?

Nun ja. Wenn die „Tagesthemen“-Macher in ihrer Pressemitteilung behaupten, die Zahlen lägen inzwischen 0,5 Prozentpunkte über denen des Vergleichszeitraums 2007, so haben sie tatsächlich recht. Dass ARD-Chefredakteur Thomas Hinrichs aber in der Mitteilung auch noch ein „Erfolgsrezept“ zum Besten geben darf, ist überaus peinlich. Warum? Die ARD verschweigt ein klitzekleines Detail. Ob bewusst oder unbewusst, sollen andere beurteilen, es ist aber das entscheidende Detail für den „Tagesthemen“-„Erfolg“ des Jahres 2008. Das „Erfolgsrezept“ heißt in Wirklichkeit nämlich Fußball-Europameisterschaft. Nur aufgrund der Marktanteile von neun „Tagesthemen“-Sendungen, die im Juni in Halbzeitpausen von EM-Spielen gelaufen sind und die dementsprechend Marktanteile von bis zu 65,2% erreicht haben, liegen die „Tagesthemen“ über dem Vorjahr. Diese neun Sendungen sind der entscheidende Grund. Denn: Rechnet man sie heraus, kommt man auf einmal auf einen Jahres-Durchschnittswert von 9,9% – und damit weiterhin auf ein Minus von 0,3 Punkten gegenüber dem Vorjahr.

Daran ändert im Übrigen auch der August nichts, dessen bisher erreichter Marktanteil mit 11,3% in der Pressemitteilung als „besonders hoch“ betitelt wird. Ein Blick auf die August-Zahlen der vergangenen Jahre hätte genügt, um die ARD vor einer solch zweifelhaften Aussage zu bewahren:

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