Anzeige

Hoeneß poltert gegen die ARD

Im Streit um die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga bezichtigt Bayern-Manager Uli Hoeneß die Öffentlich-Rechtlichen, das Bundeskartellamt zu beeinflussen. Gegenüber dem Magazin „Focus Money“ lässt er seinem Ärger freien Lauf: „Ich bin stinksauer auf die ARD. Sie steckt hinter der Entscheidung des Kartellamts.“ Vorausgegangen war der Beschluss der Kartellis, auch das nachgebesserte Vermarktungskonzept mit der „Mini-Sportschau“ um 19:30 Uhr von DFL und Kirchs Firma Sirius abzulehnen.

Anzeige

Beim Tauziehen um die Bundesliga-Rechte reiht sich Hoeneß in die Mannschaft des Bezahlfernsehens ein: „Wer sagt denn, dass wir mit der ARD weiter zusammenarbeiten müssen? Wir müssen das Pay-TV, und damit Premiere, wie noch nie pushen.“ Eine Ansage, die, auch wenn sie wie bei Hoeneß üblich, hitzig anmutet, durchaus klarem Kalkül entspringt. Sollte Premiere den Zuschlag erhalten, wären nämlich die Vereine, allen voran der FC Bayern München, die Gewinner. Über 500 Millionen Euro jährlich ist der Bezahlsender bereit, für die TV-Rechte auszugeben, vorausgesetzt, die öffentlich-rechtlichen Sender dürfen ihre Spielzusammenfassungen erst ab 22 Uhr zeigen. Bislang bekommt die Liga lediglich 420 Millionen Euro.

Kartellamts-Präsident Bernhard Heitzer hatte seine ablehnende Entscheidung damit begründet, dass eine Zentralvermarktung durch die DFL als Kartellvereinbarung nur dann zulässig sei, wenn die „Verbraucher an ihren Vorteilen angemessen beteiligt werden“. Der Vorschlag der DFL würde dieses jedoch nicht gewährleisten. Vielmehr seien „erhebliche Monopolgewinne auf Kosten der Verbraucher“ zu befürchten.

Die DFL berät derzeit in Frankfurt, welche Konsequenzen eine förmliche Ablehnung auch des nachgebesserten Vermarktungsmodells zur Folge hätte. Zunächst wäre damit die Grundlage für die Umsetzung des Vertrags hinfällig. Hoeneß dazu, ganz gönnerhaft: „Ich hätte Verständnis dafür, wenn Kirch von der Vereinbarung zurücktreten würde.“ Damit entstünde eine Lücke, in die der aufgebrachte Bayern-Manager nur zu gerne hineinstoßen würde, um direkt mit Medien-Mogul und Premiere-Großaktionär Rupert Murdoch über die Vermarktung zu verhandeln. „Nichts darf mehr tabu sein“, sagte Hoeneß.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige