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Plant Kirch, die Kartellis zu verklagen?

Das Kartellamt hat im Streit um die Fußball-TV-Rechte einen Kompromissvorschlag der Deutschen Fußball Liga (DFL) und ihres Vermarktungspartners Sirius (Leo Kirch) abgelehnt. Der Vorschlag sah vor, dass die DFL in ihrem eigenen digitalen TV-Kanal eine halbstündige Mini-"Sportschau" um 19.30 Uhr unverschlüsselt zeigt. Begründung des Kartellamtes: Bisher sei digitales Fernsehen erst in 40 Prozent der Haushalte verfügbar – zu wenig, um eine "Beteiligung der Verbraucher" am Bundesliga- Fußball zu sichern.

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Außerdem, so die Wettbewerbshüter weiter, seien für die Verbraucher mit einer Umstellung auf digitalen TV-Empfang nicht zumutbare Kosten verbunden, da neue Empfangsgeräte notwendig wären. Bei der ARD jubiliert man angesichts der neuerlichen Rückendeckung durch das Kartellamt. Die Behörde geht nämlich noch weiter: Es sei zudem fraglich, ob die Länge von 30 Minuten ausreichen würde, um eine angemessene Verbraucherbeteiligung zu sichern, sagte eine Sprecherin des Kartellamts der „FAZ“. Will heißen: Das Kartellamt besteht auf einer langen Bundesliga-Sendung im frei empfangbaren, analogen Fernsehen vor 20 Uhr – damit kann nur die ARD-„Sportschau“ gemeint sein. Der WDR, bei dem die „Sportschau“ produziert wird, beeilte sich auch zu versichern, dass man an einer nur 30 Minuten langen Sendung ohnehin kein Interesse habe. Dann würde man lieber Lizenzkosten sparen und auf die gesetzlich zugesicherten Mini-Spielauschnitte zurückgreifen, die gratis zu haben sind, sagte WDR-Sportchef Steffen Simon. Signal an die DFL und Kirch: „Sportschau“ – friss oder stirb.

Sirius wollte die Bundesliga-TV-Rechte exklusiv von 2009 bis 2015 im Auftrag der DFL vermarkten. Dafür hätten Kirch und Co. der DFL Erlöse in Höhe von drei Milliarden Euro garantiert. Um diese Summe zu erzielen, hätte der Fußball aber weitaus stärker als bisher ins Bezahl-Fernsehen, sprich zu Premiere, abwandern müssen. Das Bundes-Kartellamt hat verkündet, dass dieser Deal nicht zulässig ist. Bei der zentralen Vermarktung der Bundesliga durch Sirius handle es sich nämlich um ein Kartell. Solch ein Kartell sei nur zulässig, wenn es für den Verbraucher hohe Nutzen bringt. Die Nutzen für die Verbraucher seien aber nicht gegeben, wenn die Bundesliga weitgehend ins Bezahl-Fernsehen verdrängt würde. Darum besteht das Kartellamt auf einer ausführlichen Zusammenfassung der Spiele.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Kartellamt und der DFL bzw. ihrem Partner, Kirchs Firma Sirius, scheint damit aber noch nicht beendet zu sein. Laut „Spiegel“ denken DFL/Sirius daran, trotz der Einwände des Kartellamts die TV-Rechte wie vorgesehen auszuschreiben. Damit wollen sie möglicherweise eine Untersagung (bisher haben die Kartellis nur eine Empfehlung geäußert) provozieren, um danach gegen die Wettbewerbshüter eine Klage anstrengen zu können.

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