Bundesliga schlägt Olympia

Der Bundesligastartschuss mit dem Match des FC Bayern gegen den Hamburger SV war die meistgesehene Sendung des Freitags. 6,27 Mio. sahen das Spiel insgesamt im Ersten, darunter 2,00 Mio. 14- bis 49-Jährige. Im Gesamtpublikum konnten in der Prime Time lediglich die ZDF-Krimis halbwegs mithalten, bei den 14- bis 49-Jährigen kam ProSieben-Film "National Security" noch am nächsten. Bei Olympia war ebenfalls Fußball der größte Hit: Das Viertelfinale der deutschen Damen sahen 4,08 Mio.

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Der Marktanteil des Spiels gegen Schweden lag damit bei sehr guten 31,1%. Bei den 14- bis 49-Jährigen sahen immerhin 1,06 Mio. zu, ein Marktanteil von 21,3%. Über die 3-Mio-Hürde sprangen im Gesamtpublikum zudem einige Leichtathletik-Wettkämpfe und das Springreiten, alles im Nachmittagsprogramm. Die höchsten olympischen Marktanteile gab es natürlich wieder am konkurrenzärmeren Morgen: Rudern, Kanuslalom, Judo und Bahnradfahren sprangen dort über die 35%-Hürde. Der Bundesligastart lag mit seinen 6,27 Mio. bzw. 2,00 Mio. Zuschauern übrigens fast haargenau auf den Ergebnissen des Vorjahres. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es wie erwähnt gute Zahlen bei ProSieben: „National Security“ kletterte trotz Fußball auf immerhin 14,0% (1,40 Mio.). RTLs „Unglaublich!“ blieb hingegen bei miesen 13,5% hängen, „Die 90er Show“ schaffte sogar nur 11,8%. Auch Sat.1 versagte mit „Das weiß doch jedes Kind!“ erneut: 7,3%. „Die Hit Giganten“ holten sich im Anschluss hingegen gute 12,5%. Ordentliche Zahlen gab es im jungen Publikum für die ZDF-Krimis: „Ein Fall für zwei“ erreichte 9,9%, „SOKO Leipzig“ immerhin noch 8,7%.

Die Freitags-Quoten in der Detail-Analyse:

RTL (12-Monats-Durchschnitt: 15,6% / Freitag: 11,3%): Bis 18.30 Uhr gab es bei RTL wieder das übliche Bild dieser Olympiatage. Bis auf „Punkt Zwölf“, das mit 16,5% gerade so über den Senderdurchschnitt kroch, blieben alle Formate weit unter den Normalwerten, die meisten sogar unter der 10%-Hürde. Erst mit „Exclusiv – Das Star-Magazin“ und starken 19,2% kam ein kurzer Umschwung, den „RTL aktuell“ (19,4%) und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (23,8%) bestätigten. Im Abendprogramm regnete es dann aber wieder Enttäuschungen: 13,5% für „Unglaublich!“, 11,8% für „Die 90er Show“, 11,2% für „Mario Barth präsentiert“ und der neue Minusrekord von 8,4% für „My Name is Earl“, das in der kommenden Woche wegen des großen Misserfolgs zum letzten Mal zu sehen ist.

ProSieben
(12M: 11,7% / Fr: 10,2%): ProSieben kann nur mit sehr wenigen Formaten zufrieden sein. Der Prime-Time-Film „National Security“ erzielte starke 14,0% und brachte den Tagesmarktanteil damit immerhin noch über die 10%. Ansonsten gab es aber allenfalls für „Taff“ (12,7%) und „Die Simpsons“ (12,2% und 11,8%) ordentliche Zahlen, alle anderen Programme blieben zum Teil deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Sat.1
(12M: 10,7% / Fr: 10,3%): Insgesamt kann Sat.1 mit der Freitags-Performance angesichts der starken Konkurrenz noch recht zufrieden sein. Insbesondere „Richterin Barbara Salesch“ und „Richter Alexander Hold“ taten am Nachmittag mit 18,1% und 17,6% so, als gäbe es Olympia gar nicht. Im Abendprogramm überzeugten „Die Hit Giganten“ und „Zack!“ mit guten 12,5% und 12,7%, lediglich die 7,3% für „Das weiß doch jedes Kind!“ sind eine neuerliche Katastrophe.

Vox (12M: 7,7% / Fr: 6,6%): Bei Vox gab es am Freitag wenig zu lachen, nur „Das perfekte Dinner“ (11,7%) und „Unter Volldampf!“ (9,6%) schafften den Sprung über die 8%-Hürde. Ordentliche 7,7% holten sich zudem „McLeods Töchter“ am Nachmittag und „Ab ins Beet!“ um 21.15 Uhr, deutlich darunter blieb der Rest der Daytime und 20.15-Uhr-Doku-Soap „Unser Traum vom Haus“ (5,2%).

Das Erste (12M: 7,6% / Fr: 17,2%): Zu den Quoten des Ersten gibt es nur wenig hinzuzufügen. Olympia und Bundesliga haben wir bereits betrachtet, mehr gab es dort an diesem Freitag, an dem aus dem Ersten ein Sportkanal wurde, kaum zu bestaunen. Recht erfolgreich lief am Vorabend auch Reinhold Beckmanns „Olympia extra“-Tageszusammenfassung mit 16,9% im Gesamtpublikum und 12,6% bei den 14- bis 49-Jährigen, ordentliche Zahlen holten sich zudem „Waldi & Harry“ mit 13,0% bzw. 10,9%.

ZDF
(12M: 7,1% / Fr: 6,0%): Das ZDF kann sich über die gesamte Zeit von 19.25 Uhr bis 22.45 Uhr freuen. „Die Rettungsflieger“, „Ein Fall für zwei“ und „SOKO Leipzig“ blieben im jungen Publikum mit 8,4% bis 9,9% deutlich über den Sendernormalwerten. Auch die „SOKO Kitzbühel“ erreichte mit 7,7% einen ordentlichen Wert, miserabel erging es dem Sender hingegen zwischen 12 Uhr und 18 Uhr, als alle Formate an der 5%-Hürde scheiterten.

RTL II
(12M: 6,3% / Fr: 6,1%): RTL II war der einzige der größeren Sender, der den Freitag mit einem Feiertagsprogramm bestritt – mit unterschiedlichem Erfolg. „Ich, beide & sie“ kam um 15.50 Uhr auf solide 7,6%, „Zwei bärenstarke Typen“ um 17.50 Uhr auf 7,0%, doch 20.15-Uhr-Komödie „Austin Powers in Goldständer“ fiel auf unschöne 5,4% herab. Nach 22 Uhr kletterte „Schrei, wenn du kannst“ dann aber wieder auf 7,4% zurück.

kabel eins (12M: 5,4% / Fr: 5,2%): Über dem Senderdurchschnitt, aber unter ihren Möglichkeiten blieben die Freitags-Serien bei kabel eins. Gegen die starke Bundesliga erreichte „Ghost Whisperer“ 6,8%, „Medium“ 5,9% und „Cold Case“ 6,0%. Keine einzige wirklich gute Quote gab es zwischen 16 Uhr und 20.15 Uhr: Lediglich „Achtung Kontrolle!“ erreichte dort mit 5,5% die Sendernormalwerte.

Die kleineren Sender
: Ein Klassiker sorgte bei den Kleinen für die erstaunlichste Quote: „Die Feuerzangenbowle“ schalteten um 20.15 Uhr im hr fernsehen immerhin 230.000 14- bis 49-Jährige ein, der Marktanteil lag mit 2,4% in etwa beim Vier- bis Fünffachen der Normalwerte des hr. Im WDR Fernsehen entpuppt sich die neue Doku-Soap „Frau Dr. Haus – Der Immobiliencheck“ unterdessen immer mehr als neuer Quotenhit: 3,1% gab es um 21 Uhr diesmal im jungen Publikum. Im KI.KA holten sich „Wickie und die starken Männer“ 3,4% und Eurosport ergatterte sich die größten Oympia-Marktanteile mit morgendlichem Kunst- und Turmspringen (5,1%), sowie nachmittäglicher Leichtathletik (3,3%).

Das Gesamtpublikum: Insgesamt war der Vorsprung der Bundesliga-Übertragung recht deutlich. 6,27 Mio. sahen das 2:2, „Ein Fall für zwei“ im Zweiten kam auf 4,89 Mio. Seher. Dahinter folgen mit ebenfalls mehr als 4 Mio. Zuschauern „Tagesthemen“, „Tagesschau“ und „Sportschau“-Moderationen, sowie die „SOKO Leipzig“ und das olympische Fußballspiel der deutschen Damen. Zuschauerstärkste Sendung der Privaten war mit 3,36 Mio. wieder einmal „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, die Prime-Time-Programme von RTL & Co. waren nicht der Rede wert.

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