AOL bietet „alles aus einer Hand“

AOL, im Babyzeitalter der New Economy ein Pionier des Internets, ist derzeit vor allem in den Schlagzeilen, weil die Mutter Time Warner die Abspaltung ihres nunmehr ungeliebten Kindes forciert. Ob und wie AOL-Deutschland in dieser Situation auf eigenen Füßen stehen kann – darüber sprach MEEDIA mit Harald R. Fortmann, Managing Director von Platform-A, die für die Werbewirtschaft unterschiedliche Instrumentarien bereithält: "Als Werbenetzwerk verfügen wir über die höchste Reichweite in Deutschland."

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War der Verkauf des Access-Geschäfts die richtige Entscheidung?  
 
AOL konzentriert sich weltweit auf die Online-Vermarktung, auf digitale Inhalte und Produkte sowie mit dem Zukauf von Bebo auf soziale Netzwerke. Dort sehen wir das Wachstum und dort hat AOL weltweit in den letzten 18 Monaten über zwei Milliarden Dollar investiert. Geld, das wir unter anderem aus dem Verkauf des Zugangsgeschäfts eingenommen haben. Besonders die Vermarktungseinheit von AOL, Platform-A, wird weiter zum „One-Stop-Shop“ für Werbetreibende im Internet ausgebaut.
 
Unter „Platform-A“ vermarktet AOL-Deutschland heute seine Internet-Werbung. Hätte AOL nicht bereits vor Jahren – als ersichtlich war, dass mit Access kein Geschäft mehr zu machen ist – mit der digitalen Rundumvermarktung beginnen müssen?  
 
Den ersten Vertrag über die Drittvermarktung haben wir bereits 2005 verhandelt und seitdem kontinuierlich unsere Reichweite auf mittlerweile über 10 Millionen Unique User ausgebaut. Darüber hinaus vermarktet Platform-A auch das Advertising.com Netzwerk, das 2004 zu einer Zeit akquiriert wurde, zu der noch wenige über AdNetworks nachgedacht hatten. Mit über 800 Websites und knapp 80 Prozent Reichweite nach Nielsen  verfügen wir damit als Werbenetzwerk über die höchste Reichweite in Deutschland.
 
Laut AGOF erreicht AOL nicht nur ein Viertel der deutschen Nutzer, sondern steht auf Platz 8 der deutschen Werbevermarkter. Hört sich gut an, scheint jedoch nicht ausreichend für die Mutterfirma in den USA zu sein – oder?
 
Die AGOF zählt bisher nur die Unique User aus der Exklusiv-Vermarktung. Mit dem Advertising.com Netzwerk sind wir Nummer 1 unter den Werbenetzwerken in Deutschland. Aber wir ruhen uns nicht aus. Für dieses Jahr und 2009 planen wir zahlreiche innovative Produkte, die das Gesamtportfolio von Platform-A ausbauen.
 
Gibt es eigentlich noch Inhalte, die AOL selber produziert und entwickelt – oder werden alle Neuheiten vornehmlich aus England oder den USA hinzugekauft?  
 
Die Strategie von AOL heißt, „Best of Web“ auf dem Portal anzubieten. Dort, wo bereits gute Inhalte bestehen, arbeiten wir mit Anbietern wie beispielsweise Welt Online, PC Welt oder Autobild.de zusammen.
Darüber hinaus verfolgt AOL die Strategie, europaweit eigenständige Marken und Inhalte aufzubauen, um so auch Nischenmärkte zu bedienen. Hierbei bauen wir auf Online-Trends jenseits der Portalinhalte. Beispielsweise hat ÁOL in Großbritannien einen Blog mit Männer-Lifestyle-Themen gestartet oder in Polen Seiten spezialisiert auf Filme und Musik.
 
Was ist der USP von AOL für den Werbetreibenden?

Alles aus einer Hand, mit einer Rechnungsnummer und einem Ansprechpartner. Bei all den einzelnen Technologien verfügt Platform-A über das Netzwerk, um diese auch effizient ausrollen zu können. Der andere USP ist sicherlich unsere eigene Technologie, beispielsweise zum Suchmaschinen-Marketing, für Ad-Server oder bei Video-Ads.

Und für den potenziellen Werbetreibenden von morgen, den User?

AOL eMail ist ein führender Webmailer, die Videosuchmaschine TRUVEO durchforstet mehrere tausend Quellen, darunter sowohl nutzergenerierte als auch professionelle Inhalte. Mit „Engadget“ startet AOL ein Blog für technische Neuheiten und Spielereien, englisch: „gadget“. Auf Engadget.com finden Technikbegeisterte Informationen zu technischen Newcomern, Testberichte und weitere News zu technischen Spielereien. Sie sehen, AOL entwickelt sich auf Hochtouren!
 
Welches Gewicht hat die Europa-Zentrale in London für AOL-Deutschland?
 
Platform-A ist ein dezentrales Unternehmen. In den Ländern befinden sich alle Positionen, die wir für eine erfolgreiche Vermarktung benötigen. In London dagegen haben wir Bereiche, die nicht nur lokal, sondern paneuropäisch von Bedeutung sind, wie AdOperations, Management Information Services (MIS), International Sales und das Suchmaschinen-Marketing-Kampagnenmanagement.
 
Neben dem One-Stop-Shop-Gedanken werden multinationale Kampagnen aus einer Hand für Agenturen und Werbetreibende immer wichtiger. Wir haben daher Bereiche zentralisiert, die aus der Gruppierung der multiplen Nationalitäten einen Vorteil bei der Kampagnenoptimierung für den Kunden haben.
 
Sie sind seit Ende Juni Managing Director von Platform-A. Als ehemaliger Geschäftsführer von 24/7 Real Media waren Sie beruflich viel in  den USA unterwegs. Wie häufig waren Sie noch in den Staaten, seit Sie als MD bei AOL an Bord gegangen sind?
 
Jetzt, beim Deutschland-Start von Platform-A, stehen natürlich für mich die Mitarbeiter von Platform-A in Deutschland im Vordergrund. Unter Platform-A integrieren wir die Salesteams von AOL mit Advertising.com und ADTECH. Spitzenrepräsentanten von AOL USA kommen eigens für den Start nach Deutschland: Der große Vorhang fällt bei der Online Marketing Düsseldorf Messe Mitte September, zu der Lynda Clarizio, die Präsidentin von Platform-A, und Brendan Condon, Managing Director Platform-A International, anreisen werden.
 
Die vierteljährlichen Managementrunden des internationalen Topmanagements finden bewusst immer an verschiedenen Standorten statt, damit die Mitarbeiter vor Ort die Möglichkeit haben, das globale Management-Team kennenzulernen und zu befragen. In Düsseldorf werden neben Lynda Clarizio und Brendan Condon alle Regions- und Bereichsvorstände innerhalb der EU zum weltweit ersten gemeinsamen Messeauftritt der Platform-A-Einheiten ADTECH, AOL und Advertising.com kommen.

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