ProSiebenSat.1 will 70 Millionen einsparen

ProSiebenSat.1 muss einen Gewinneinbruch verkraften. Vor allem das Free-TV-Geschäft in Deutschland läuft schlecht. Die Sender leiden nach der Umstellung des Vermarktungsmodells weiterhin unter rückläufigen Einnahmen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des zweiten Quartals ging konzernweit im Vergleich zum Vorjahr um fast 17 Prozent auf 203,7 Mio. Euro zurück. Konsequenz: Der Konzern muss 70 Mio. Euro einsparen. Analysten hatten im Vorfeld mit noch schlechteren Zahlen gerechnet.

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Die (misslungenen) Änderungen in der Vermarktung waren nötig geworden, nachdem das Bundeskartellamt bemängelt hatte, dass ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe bei ihrer Werbezeitenvermarktung Großkunden begünstigt hätten. Während die nicht so radikale Umstellung des RTL-Modells ordentlich funktioniert hat, wurde ProSiebenSat.1 vom Markt abgestraft. Bei den Brutto-Werbeumsätzen liegen ProSieben, Sat.1, kabel eins und N24 im ersten Halbjahr zwischen 3,2% und 5,8% unter den Zahlen des Vorjahres, während fast alle Konkurrenten zulegen konnten. Der Gesamt-Umsatz des Konzerns sank um 4% auf 801,9 Mio. Euro.

Im deutschsprachigen Raum gab der ProSiebenSat.1-Umsatz im zweiten Quartal um 8,8% nach und liegt nun bei 452,3 Mio. Euro. Das Ebitda sackte um 22% auf 115,8 Mio. Euro. Noch-Konzernchef Guillaume de Posch zeigt sich dennoch optimistisch, das Ruder im zweiten Halbjahr herumzureißen und Marktanteile zurückgewinnen zu können. Dazu trage auch eine erneute Überarbeitung des Vermarktungsmodells bei.

Zudem sollen weitere Kosteneinsparungen helfen, das Ziel zu erreichen. Insgesamt sollen 2008 bereits budgetierte Kosten von 70 Mio. Euro gespart werden. Für das Gesamtjahr will das Unternehmen weiterhin einen mit dem Vorjahr vergleichbaren operativen Gewinn erzielen. „Wir müssen jedoch klar sagen, dass dieses Ergebnisziel mit Unsicherheiten behaftet ist“, so de Posch.

Der Börsenkurs gab am Morgen nach der Verkündung der Quartalszahlen zwischenzeitlich um 4,5% nach, hat sich aber mittlerweile wieder erholt. Es hätte für den Konzern auch schlimmer kommen können: Von Reuters und Dow Jones Newswires befragte Analysten gingen im Vorfeld von noch schlechteren Zahlen aus. Zugegeben: ein schwacher Trost.

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