Telekom testet die Elektronische Zeitung

Pixel statt Papier – die Zeitung der Zukunft kommt direkt auf’s Display. Für einige Kunden der Deutschen Telekom bereits im Herbst: Nach Informationen des „Spiegel“ stattet das Unternehmen ein paar Dutzend Berliner probeweise mit einem portablen Lesegerät aus, das Nachrichten anzeigt. Zwar fehlt noch ein Kooperationspartner für die Inhalte, aber immerhin trägt das Kind schon einen Namen: „News4me“. Ein Erfolgs-Vorbild ist Amazons Kindle. Der E-Book-Reader verkaufte sich bisher 240.000 mal.

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Wo die Deutsche Telekom noch nach Partnern unter den Verlagen sucht, ist die France Telecom bereits um wichtige Schritte voraus. Unter dem Namen „Read & Go“ testet auch sie derzeit eine elektronische Zeitung, sieben Tageszeitungen stellen bereits Inhalte bereit. Darunter „Le Monde“, „Le Parisien“, „Les Echos“ und „L’Equipe“. 150 Personen erhielten das Testgerät, einen Tablet-PC, der einmal pro Stunde Nachrichten über das UMTS-Netz herunter lädt.

„Immer mehr Zeitungen stellen ihre Inhalte verstärkt auch in Form von mobilen Angeboten zur Verfügung“, sagte Holger Kansky, Referent im Bereich Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext. Obwohl in diesem Zusammenhang viel herumexperimentiert werde, sei es bisher noch nicht gelungen, eine elektronische Folienzeitung zu entwickeln. Erfolgsentscheidender Aspekt dabei sei vor allem die Frage, wie die gewohnte Nutzung einer Tageszeitung ohne große Abstriche auf ein mobiles Endgerät übertragen werden könne. Die Print-Variante habe zumindest im Moment noch einige Vorteile gegenüber der mobilen Erscheinungsform. „Die aktuelle Kooperation in Frankreich hat sicher für beide Seiten Vorteile. Eine Zusammenarbeit der Telekommunikations- und Zeitungsbranche ist für die Zukunft eine interessante Option“, so Kansky.

Vorreiter für derlei Entwicklungen ist Amazon. Zwar gab der Online-Buchhändler bisher keine offiziellen Zahlen bekannt, doch laut US-Blog TechCrunch wurden seit Verkaufsstart im November bereits 240.000 Exemplare seines E-Book-Readers Kindles verkauft. Zusammen mit dem „Versand“ digitaler Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Blogs auf das Gerät dürfte Amazon nach Einschätzung von Insidern und Analysten rund 100 Millionen US-Dollar eingenommen haben.

Auch für Handys kommt das digitale Papier, wenn auch mit wesentlich langsameren Schritten. Der japanische Hersteller Hitachi hat ein Klapp-Handy vorgestellt, dessen Vorderseite aus einem E-Paper-Display besteht. Die Funktion beschränkt sich jedoch auf Design-Spielerei: Eingehende Anrufe oder SMS werden als morphende Verzierungen mit insgesamt 96 Motiven angezeigt.

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