China schaltet gefakte Olympia-Site ab

Auf den ersten Blick könnte man meinen, politisch engagierte Hacker hätten die offizielle Seite der olympischen Spiele gekapert. Die Seite Peking2008.com ähnelt der Homepage Bejjing2008.cn Seite in Farbgebung und Logo. Doch es ist ein Fake. Egal, wo man klickt, man landet immer bei einem Video mit blutenden Mönchen, gefesselte Menschen und Gewalt gegen Protestler. Hinter der Aktion gegen Zensur und Gewalt stecken italienische Künstler. Für chinesische Surfer war die Site nach kurzer Zeit nicht mehr im Netz.

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Clemente Pestelli und Gionatan Quintini vom Aktionskollektiv „Les Liens invisible“ wollen mit ihrer Online-Aktion „Counter-Olympic Games“ auf die  Menschenrechtssituation in China hinweisen. Im Anschluss an ihr Video bieten sie zudem digitale Werbefläche zum Kauf an. Der Besucher kann damit Sponsor der Menschenrechte in China werden. Ein Block à 10 mal 10 Pixel kostet 10 Dollar. Bisher in die „Counter-Olympic Hall of Fame“ mit Logo eingezogen: die Organisationen „Free Tibet“ und „Human Rights in China“.

Kommerzielle Interessen verfolgen die Guerilla-Künstler nicht; sie sehen ihre Aktion als Verschmelzung aus „Kunst, Aktivismus und PR“. Die Idee dahinter: Im Faken von offiziellen Websites wie die der Olympischen Spiele sehen die Künstler einen Weg, „auf paradoxe Weise die Wahrheit zurückzufordern“.

Eine offizielle Reaktion gab es bisher nicht. „Das Olympische Komitee nimmt die Aktion wohl sportlich“, so Gionatan Quintini gegenüber der Schweizer Zeitung „.ch“. Doch ganz so sportlich zeigt sich die Regierung in Peking wohl doch nicht: In China hat man bereits keinen Zugriff mehr auf die Seite.  

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