TV Serie „Sleeper Cell“ besser als „24“?

„Besser als „24“ lobte die „New York Times“ die US-Serie „Sleeper Cell“. Heute Abend hat der 18-teilige TV-Thriller Deutschlandpremiere; RTL II zeigt die ersten Episoden zur Prime Time am Freitag und Samstag als Doppelfolgen. MEEDIA hat „Sleepers Cell“ vorab gesehen. Fazit: Die spannungsgeladene und hochwertig produzierte Serie kann sich durchaus am Erfolgsformat „24“ messen lassen. Auch das Thema ist brisant: Es geht um eine islamistische Schläferzelle, die einen Anschlag in L.A. plant.

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Auch wenn in beide Serien Terrorismus thematisiert wird, gibt es dennoch einen markanten Unterschied. Der Held in „Sleepers Cell“ ist strenggläubiger Muslim – und darüber hinaus Afroamerikaner. Plumpe Schwarz-Weiß-Malerei wird damit unterbunden, gleichzeitig sorgte die Serie schon bei ihrer Ausstrahlung 2005/2006 in den USA für Wirbel. So mussten sich die Macher den Vorwurf gefallen lassen, Terroristen in einem „sympathischen Licht“ dargestellt zu haben.

Produziert wurde für den Pay-TV Sender „Showtime“, der für die Ausstrahlung kontroverser Serien bekannt ist. Den Kritikern gefiel der Stoff: Die Serie wurde für den Golden Globe und für den Emmy nominiert. „Sleepers Cell“ war trotzdem kein durchschlagender Erfolg, nach der zweiten Staffel wurde die Serie eingestellt. Die Erfinder Cyrus Voris und Ethan Reiff konnten sich dennoch einen Namen machen. Mittlerweile arbeiten sie für den Erfolgsproduzenten Jerry Bruckheimer („CSI“, „Cold Case“).

Schon gleich zu Beginn wird klar, worum es den Machern ging. Sie wollten sich dem 11. September 2001, dem amerikanischen Trauma schlechthin, auf eine differenziertere Weise nähern, als das bisher in US-amerikanischen Filmen und Serien gelang.

Der FBI-Agent Darwyn Al-Sayeed (Michael Ealy) infiltriert eine islamistische Terrorzelle, die einen Anschlag mit biologischen Waffen auf Los Angeles plant. Zunächst muss er den fanatischen Anführer Farik (Oded Fehr) überzeugen, dass er als „Heiliger Krieger“ vertrauenswürdig ist. Später beginnt ein grausames Spiel, bei dem Darwyn die Brutalität der anderen Schläfer untätig ertragen muss, und schließlich vor die Entscheidung gestellt wird, seine Tarnung aufzugeben oder selbst zu töten.

Die Serie zeigt die Innenansicht einer Schläferzelle und will damit „dem Extremismus ein Gesicht verleihen“. Auch wenn die Motive der Terroristen zum Teil stereotyp gezeichnet sind, schafft es „Sleepers Cell“ doch zumindest, einen Eindruck der Komplexität des Themas zu vermitteln.

Hass und Vorurteile gibt es nicht nur auf Seiten der Extremisten – der alltägliche Rassismus der amerikanischen Gesellschaft wird ebenso zum Thema wie die Probleme verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen untereinander. Auch dem Anspruch, eine authentische Darstellung zu liefern, wird „Sleepers Cell“ gerecht. Die Steinigungsszene am Ende der ersten Folge dürfte sicher nichts für schwache Gemüter sein.

Neben der politischen Dimension steht die Serie aber letztlich für Spannung, herrausragende schauspielerische Leistung und hochwertige Bilder in bester amerikanischer Serientradition. Jack Bauer hat wirklich Konkurrenz bekommen.

„Sleppers Cell“ läuft Freitag, 25. Juli 2008 und Samstag, 26. Juli 2008 jeweils um 20:15 Uhr bei RTL II.

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