Proff: „Simpsons“ in die Prime Time

Gemeinsam mit Christoph Maria Herbst präsentierte ProSieben-Chef Thilo Proff am Donnerstagabend die Highlights der kommenden Monate. Neben neuen Staffeln bewährter Formate und bereits bekannten Neuheiten gab es nur noch wenige Überraschungen. Eine davon: "Die Simpsons" wandern in die Prime Time. Neue Folgen gibt es ab Herbst montags um 20.15 Uhr. Ebenfalls neu: eine deutsche Version der US-Actionspielshow "Wipeout", moderiert von Mathias Opdenhövel und Charlotte Engelhardt.

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Wie Proff „Die Simpsons“ auf dem als „Mystery-Montag“ eingeführten Sendeplatz verkaufen will, hat er zwar noch nicht verraten, doch die Idee, es mit der beliebten Zeichentrickserie um 20.15 Uhr zu versuchen, ist gut. Am werktäglichen Vorabend holen „Die Simpsons“ mit Wiederholungen ständig Top-Marktanteile, der Kinofilm sorgte für einen neuen Hype um die gelbe Familie und in Sonder-Programmierungen feierten sie zuletzt auch ab und zu Erfolge in der Prime Time. Zur Erinnerung: Ab Herbst 2000 lief die Serie schon einmal im Abendprogramm – damals montags um 21.15 Uhr. Aus in der ersten Saison starken Zielgruppen-Marktanteilen von 15% und mehr wurden im Jahr danach aber mittelmäßige bis unbefriedigende Zahlen. Im Februar 2002 endete die Prime-Time-Zeit für „Die Simpsons“ vorerst.

Besser zum Mystery-Montag passen allerdings die weiteren Highlights der kommenden Monate: neue Staffeln von „Primeval“, „EUReKA, „Supernatural“, „Lost“, „24“ und „4400“, sowie die neuen US-Serien „Reaper“ und „The Sarah Connor Chronicles“. Auch die Rechte an „Fringe“, der mit Spannung erwarteten Serie des Erfolgs-Produzenten J.J Abrams („Alias“, „Lost“, etc.) hat sich ProSieben frühzeitig gesichert. „Fringe“ startet in den USA erst im Herbst, ist also voraussichtlich erst etwas für die ProSieben-Saison 2009/10.

Am Mittwoch zeigt ProSieben weiterhin vor allem Serien für das weibliche Publikum: „Desperate Housewives“ geht ebenso in die neue Staffel wie „Grey’s Anatomy“, „ER“ und „Private Practice“. Ebenso weiter dabei sind die Krimiserie „Cold Case“, sowie die neuen Serien „Eli Stone“, „Pushing Daisies“ und die überraschend amüsante Comedy „Samantha Who?“ mit Christina Applegate.

Im Show-Genre gibt es für den Sender wenig Gründe für einen großen Austausch: Die Formate von Stefan Raab (u.a. „Schlag den Raab“), Heidi Klum („Germany’s next Topmodel“) und Uri Geller („The next Uri Geller“) liefen in den vergangenen Monaten allesamt hervorragend – also kommen alle mit neuen Folgen wieder. Ergänzt wird das Genre durch eine deutsche Version der vor Kurzem in den USA bei ABC gestartetet Action-Spielshow „Wipeout“ – dämlicher deutscher Untertitel: „Heul nicht, lauf!“. Moderiert wird das in Argentinien produzierte Format von Charlotte Engelhardt und Mathias Opdenhövel. Bereits bekannt sind die in Kürze anlaufende Sendungen „The Singing Bee – Die unfairste Musikshow der Welt“ und „Jana Ina und Giovanni – Wir sind schwanger“.

Auch bei der Comedy besteht das neue ProSiebem-Line-Up vornehmlich aus neuen Staffeln bewährter Formate: „Stromberg“ kommt ebenso zurück wie „Switch Reloaded“, die „FunnyMovies“-Reihe, der „Quatsch Comedy Club“ und „Comedystreet“. Ganz neu sind der „Comedy Zoo“ mit Promis als Tierpfleger, sowie „Die Hochzeits-Crasher“ und eine Comedy-Filmreihe namens „1001 Märchen“.

In eigenproduzierten TV-Movies präsentiert der Sender u.a. Thomas Kretschmann als „Der Seewolf“, Franka Potente in „Die Brücke“ und Cosma Shiva Hagen in „Der Bibelcode“. Ebenfalls produziert werden „Lost City Raiders“ mit Bettina Zimmermann, mutige Neuverfilmungen von „Die Meuterei auf der Bounty“ und „Ben Hur“, sowie zunächst zwei Filme, die aus der gescheiterten Krimiserie „Unschuldig“ hervorgehen.

Schließlich die Hollywood-Filme. Wie in gefühlt jedem Jahr kündigt auch Neu-Geschäftsführer Thilo Proff die kommenden Highlights mit den Worten „Die Versorgung mit Blockbustern ist so gut ist wie nie zuvor“ an. Ob dem so ist, wird das Publikum entscheiden. Filme wie „James Bond – Casino Royale“, „Da Vinci Code“, „Brokeback Mountain“, „300“, „Mission: Impossible III“ und „Fluch der Karibik“ dürften aber auf jeden Fall für grandiose Quoten sorgen. Ebenfalls gezeigt werden u.a. „Aeon Flux“, „Casanova“, „Dreamgirls“, „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ und „München“.

Insgesamt scheint ProSieben gut aufgestellt für die neue Saison. Ob die vorgestellten Highlights allerdings ausreichen, um Platzhirsch RTL näher zu kommen, ist fraglich. Die Kölner präsentierten vor einigen Tagen noch mehr Neues und Erfolgversprechendes.

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