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Minusrekord für ARD und ZDF

Nie zuvor waren Das Erste und das ZDF so erfolglos wie in der TV-Saison 2007/08. Das zeigt die Analyse im sechsten Teil der MEEDIA-Einschaltquoten-Serie. Mit 13,2% im Gesamtpublikum und 7,2% bei den 14- bis 49-Jährigen verlor vor allem Das Erste deutlich, aber auch das ZDF fiel mit 12,8% bzw. 6,7% auf neue Minusrekorde. Sat.1 konnte seinen tiefen Fall aus dem Vorjahr hingegen stoppen, Vox legte noch einmal leicht zu und RTL blieb mit einem kleinen Plus ungefährdeter Marktführer bei den Werberelevanten.

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Ging es in den bisherigen fünf Teilen unserer Serie vornehmlich um die Sendungen, stehen nun die Sender im Vordergrund. In unserer dreigeteilten Analyse schauen wir zunächst auf die Marktanteile im Gesamtpublikum und bei den 14- bis 49-Jährigen und danach noch auf den Erfolg mit Neustarts in der abgelaufenen TV-Saison 2007/08.

Zunächst also die Marktanteile der Monate September 2007 bis Mai 2008 im Gesamtpublikum: Zwar blieb Das Erste dort auch in diesem Fernsehjahr Marktführer. Mit den erreichten 13,2% gingen im Vergleich zur vorigen Saison jedoch 0,5 Prozentpunkte verloren. Nur der Tatsache, dass auch das ZDF und RTL im Gesamtpublikum verloren, ist es geschuldet, dass der Vorsprung des Ersten noch 0,4 Zähler beträgt. Mit 13,2% und 12,8% fielen die beiden großen Öffentlich-Rechtlichen auf das geringste Marktanteils-Niveau aller Zeiten. Natürlich sollte bei ARD und ZDF nicht nur die Quote im Vordergrund stehen, dennoch: Die Öffentlich-Rechtlichen machen Fernsehen für alle Gebührenzahler. Und wenn das angebotene Programm wie derzeit von immer weniger Leuten angenommen wird, haben ARD und ZDF ein Problem.

Erstaunlich sind auch die großen Verluste von RTL – in der für den Sender wichtigeren Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hat der Sender nämlich hinzugewonnen. Es scheint also, als würde das RTL-Programm jünger. Im Gegensatz dazu die Entwicklung bei Sat.1: Dort liegt der Marktanteil im Gesamtpublikum mittlerweile beinahe auf dem Niveau der jüngeren Zielgruppe – ungewöhnlich für einen Privatsender. Weitere Gewinner sind Vox und RTL II, leicht verloren haben ProSieben und kabel eins.

Etwas anders sieht die Situation wie bereits angedeutet in der werberelevanten Zielgruppe aus. Dort hat Marktführer RTL seine Position in der Saison 2007/08 sogar noch gefestigt. 0,2 Zähler hatten die Kölner am Ende mehr auf dem Konto, Verfolger ProSieben verlor hingegen 0,3 Prozentpunkte:

Sat.1 legte zwar nicht so deutlich zu wie im Gesamtpublikum, der dramatische Absturz aus dem Vorjahr, als der Sender innerhalb einer Saison von 12,1% auf 10,7% fiel, ist aber vorerst gestoppt. Vox gewann auch im jungen Publikum noch einmal deutlich hinzu – das lag aber vor allem an der starken ersten Hälfte der Saison, im Frühjahr 2008 konnte der aufstrebende Sender das Niveau von 8% und mehr nicht mehr halten. Das Erste büßte 0,6 Prozentpunkte ein und verliert gemeinsam mit dem ZDF weiter den Anschluss an die vier großen Privatsender. Auch RTL II rückt von hinten etwas näher.

Interessant ist auch der Blick auf die Neustarts der Saison, die wir im fünften Teil unserer Serie bereits detailliert beleuchtet haben. In einer weiteren Auswertung zeigen wir nun, welche Sender bei den 14- bis 49-Jährigen den größten Erfolg mit neuen Sendungen hatten. Dazu haben wir den Erfolg aller Sendungen, die zwischen dem 1. September und dem 6. Juni zum ersten Mal auf einem der großen acht Sender gelaufen sind, untersucht. In die Wertung kamen nur Programme auf den wichtigeren Programmplätzen – also jene, die zwischen 15 Uhr und Mitternacht zu sehen sind bzw. waren. Das Ergebnis sieht für alle Sender recht ernüchternd aus:

Nur zwischen 18,2% und 38,5% liegt also der Erfolgsquotient der Sender mit neuen Programmen. Am aktivsten zeigte sich dabei RTL: In der Saison 2007/08 wurden dort 29 neue Sendungen eingeführt. Viele davon sind schon längst wieder Vergangenheit, 9 landeten aber über dem Senderdurchschnitt. Mehr Erfolg hatten Vox und ProSieben: Zwar gab es dort weniger neue Formate, dafür aber auch weniger Flops. Bei Vox standen fünf Hits acht Flops gegenüber, bei ProSieben lag das Hit-Flop-Verhältnis bei 7:13. Die größte Floprate verzeichneten Das Erste und Sat.1. Bei Sat.1 gab es nur 4 Hits bei 18 Flops. Sollte sich dieser verheerende Wert in der kommenden Saison nicht verbesseren, werden die alten Marktanteilshöhen mit 12% und mehr wohl weiterhin unerreicht bleiben.

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