Yahoo: Gewinn runter, Aktie stabil

Yahoo hat Zahlen für das 2. Quartal vorgelegt und man darf sich aussuchen, ob man die nun gut, schlecht oder eher so mittelmäßig findet. Der Brutto-Umsatz stieg zwar um rund 6 Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar, der Nettogewinn sackte aber um 19 Prozent ab auf 131 Mio. Dollar. Der Kurs der Aktie stieg nach Bekanntgabe der Zahlen leicht auf knapp 22 Dollar. Nicht so doll, aber es hätte nach der zermürbenden Übernahme-Schlacht mit Microsoft-Boss Steve Ballmer alles noch viel schlimmer kommen können.

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Es war das neunte Mal in Folge innerhalb der vergangenen zehn Quartale, dass der Gewinn bei Yahoo im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Der Analyst Colin Gillis fasste das 2. Yahoo-Quartal gegenüber AP treffend zusammen: „Es war ein Reis-Cracker-Quartal. Es hat nicht toll geschmeckt, aber es war auch nicht völlig furchtbar.“

Yahoo-Gründer und CEO Jerry Yang hat in diesen Tagen eine Menge zu erklären. Nachdem die neuen Zahlen in der Welt waren, warb er darum, seine Management-Qualitäten zeigen zu dürfen. Er habe bisher wegen der Übernahmeverhandlungen mit Microsoft noch gar keine Möglichkeit gehabt, sich zu beweisen. Yahoo-Präsidenten Sue Decker verwies auf den Suchmaschinen-Baukasten Search Monkey und die radikale Öffnung der Such-Technik mit der BOSS-Initiative (Build your own search service), als Beweis für die ungebrochene Innovationskraft von Yahoo.

Dass der Aktienkurs von Yahoo nach den Naja-Zahlen nicht eingebrochen ist, darf Microsoft-Boss Steve Ballmer als Signal werten: Viel billiger als beim ersten Anlauf wird er Yahoo nun auch nicht bekommen. Sollte es doch noch zu einem Deal zwischen Microsoft und Yahoo kommen, deutet alles darauf hin, dass der sich an der Höhe des ersten Microsoft-Angebots von 31 Dollar pro Aktie orientiert. Das ist auch im Interesse von Carl Icahn, der sich Anfang der Woche plötzlich mit Yang und Co. versöhnt hat. Icahn hat für seine Yahoo-Aktien rund 25 Dollar pro Stück bezahlt. Wenn Microsoft einsteigt, erwartet er einen satten Profit.

Icahn und zwei seiner Vertrauten haben mittlerweile Sitze im Yahoo-Verwaltungsrat. Damit ist der große Showdown bei der Hauptversammlung am 1. August vom Tisch. Icahn wollte dort ursprünglich die alte Yahoo-Führung stürzen und eigene Leute installieren. Ungemütlich könnte es bei diesem Termin trotzdem werden. Der Yahoo-Investor Glass Lews & Co hat empfohlen, die drei Verwaltungsratsmitglieder Roy Bostock, Ronald Burkle und Arthur Kern abzuwählen. Bostock ist der Vorstitzende des Gremiums. Yang soll nach dem Willen von Glass Lewis dagegen erneut gewählt werden. Alle Augen richten sich nun auf den 1. August. Dann werden die Karten im großen Microhoo-Poker neu gemischt.

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