Holtzbrinck kauft Web-Vermarkter

Stefan von Holtzbrinck treibt die Digitalisierung seiner Verlagsgruppe weiter voran. Laut "Financial Times Deutschland" kauft Holtzbrinck den Hamburger Online-Vermarkter Quarter Media, der vor allem Special-Interest-Sites in seinem Portfolio hat. Gleichzeitig treibt Holtzbrinck den Verkauf des tschechischen Wirtschaftsverlag Economia voran. Laut "FAZ" ist ein Verkauf an den tschechischen Verlag Mlada Fronta möglich, aber höchst umstritten. Der Erlös soll ins Internet-Geschäft investiert werden.

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Mit Quarter Media steigt die Verlagsgruppe Holtzbrinck in die Vermarktung von fremden Websites ein. Zum Kundenkreis des Unternehmens gehören Sites wie chemieonline.de oder digital-movie.de. Insgesamt vermarktet Quarter Media rund 300 Websites mit rund 14 Mio Unique Usern pro Monat. Gut möglich, dass das Geschäft wächst, sobald Holtzbrinck als Mehrheitseigner an Bord ist und eigene Websites einbringt. Quarter Media wird bei Holtzbrinck Digital eingegliedert, wo auch die beiden Beteiligungsgesellschaften Holtzbrinck Ventures und Holtzbrinck eLab geführt sind. Zu Holtzbrinck Digital gehört auch das reichweitenstarke Community-Netzwerk VZ mit StudiVZ, SchuelerVZ und MeinVZ. Die Quarter-Media-Gründer Tibor Gaddum und Oliver Lessing sollen als Geschäftsführer dabei bleiben.

Holtzbrinck will bis 2011 ein Viertel seiner Erlöse mit digitalen Geschäften erwirtschaften. Im vergangenen Jahr waren es noch 12 Prozent von knapp 2,5 Mrd. Euro. Um weiter in digitale Geschäftsfelder zu investieren, wird u.a. der tschechische Wirtschaftsverlag Economia mit der renommierten Wirtschaftszeitung „Hospodářské Noviny“ verkauft. Die Übernahme des tschechischen Verlags durch die Düsseldorfer Holtzbrinck-Tochter Verlagsgruppe Handelsblatt galt einst als großer Coup. Nun soll die Beteiligung für über 100 Mio. Euro versilbert werden. In Tschechien betrachtet man den Verkaufsprozess mit Sorge. Laut „FAZ“ stammt das höchste Gebot nämlich von dem Buch- und Zeitschriftenverlag Mlada Fronta, hinter dem dubiose russische Investoren stehen sollen. Der Economia-Geschäftsführer Michal Klima glaubt laut „FAZ“ nicht an einen Verkauf an Mlada Fronta. Dies sei nur eine Finte, um den Preis hochzutreiben. Andere wiederm vermuten, dass Stefan von Holtzbrinck ganz einfach auf den besten Preis aus ist. Ganz egal von wem das Geld komm. Man wird sehen.

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