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G+J lehnt Schmolz als Frank-Nachfolger ab

Dem "Spiegel" stehen mal wieder turbulente Tage ins Haus. Am Wochenende sickerte durch, dass die mächtige Mitarbeiter KG dem Geschäftsführer Mario Frank das Vertrauen entzogen hat. Sein Stellvertreter Matthias Schmolz soll als neuer Geschäftsführer auf den Schild gehoben werden. Gruner+Jahr-Chef Bernd Kundrun kündigte daraufhin sein Veto gegen die Absetzung an. Den von der Mitarbeiter KG favorisierten Matthias Schmolz lehnt G+J ab. Als möglicher Kandidat gilt nun "Zeit"-GF Rainer Esser.

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Kundrun wörtlich: „“Mario Frank genießt unser volles Vertrauen und steht in keiner Weise zur Disposition.“ Beide Gesellschafter sind notwendig, um wichtige Entscheidungen, auch Personalien, zu treffen. Die Mitarbeiter KG kann den ungeliebten Mario Frank alos nich tohne Segen von G+J absägen. Am Wochenende wurde aus Kreisen der KG inoffiziell signalisiert, dass G+J keine Einwände gegen eine Abberufung Franks habe. Offenbar war das nicht ganz korrekt. Bei den Gruners gibt es schon lange mühsam hinuntergeschluckten Ärger über das Schalten und Walten der Mitarbeiter KG. Erst die dilletantische Nachfolger-Suche für den geschassten Chefredakteur Stefan Aust, dann das NEin der KG zum Erwerb der 50 Prozent der „Financial Times Deutschland“. Vor allem letzteres hat G+J mächtig geärgert. Verlagschef Kundrun sah sich genötigt, die zweiten 50 Prozent der „FTD“ schließlich selbst zu kaufen.
Gut möglich, dass Kundrun es nun auf eine Machtprobe mit der KG ankommen ässt. Der Ausgang eines solchen Kräftemessens ist ungewiss. Beide Parteien sind ltztlich aufeinander angewiesen. Die Mitarbeietr KG hätte lieber den im Verlag beliebten Matthias Schmolz als neuen Geschäftsführer. Der begann seine Laufbahn an der Brandstwiete in der berühmten Dokumenationsabteilung des Nachrichtenmagazins. Später hat er für „Spiegel Online“ und als Verlagssprecher gearbeitet. Ein „Spiegel“-Gewächs durch und durch.
Frank, wegen seiner Sanierungs-Erfolge bei der zu Gruner + Jahr gehörenden „Sächsischen Zeitung“, gerne „Super Mario“ genannt, war beim „Spiegel“ von Anfang an ein Fremdkörper. Er sei ein Gesandter von G+J (der Großverlag hält 25,5 Prozent am Spiegel Verlag), er kenne sich nur mit Provinz-Zeitungen aber nicht mit dem Magazin-Geschäft aus, er habe keine Ahnung von den Gepflogenheiten des Hauses. So tönte es von Anbeginn seiner Amtszeit aus den stets mitteilungsfreudigen Fluren des „Spiegel“-Hochhauses. Eine von vielen Anektoden, die Franks Unverständnis für die spezielle „Spiegel“-Kultur illustrieren: Kurz nach Amtsantritt habe er den Redakteuren das Privileg streichen wollen, dass ihnen Kaffe und Plätzchen an den Schreibtischen serviert wird. Ein Sturm der Entrüstung war die Folge, berichtet ein Insider. der Spar-Vorschlag war ratzfatz vom Tisch.
Einzig Franks Gegnerschaft zum damaligen Chefredakteur Stefan Aust, machte ihn für viele auch in der Mitarbeiter KG des „Spiegel“ zum nützlichen Werkzeug. Austs Demission und die Suche nach einem Nachfolger geriet für Frank dann freilich zu einem Super-GAU. Immer aberwitzigere Kandidaten-Namen kursierten in der Presse und schlimm daran war vor allem, dass man nicht sicher sein konnte, ob Frank nicht wirklich mit all diesen Leuten, von Frank Schirmacher bis Frank Plasberg, geliebäugelt hatte. Als dann auch noch die Verpflichtung des ZDF-Anchors Claus Kleber zur Unzeit publik wurde  und der prompt kalte Füße bekam und absprang, war das Desaster perfekt.
Ähnliche desaströs lief die versuchte Übernahme von 50 Prozent an der „Financial Times Deutschland“. Frank wollte das, Gruner + Jahr wollte das, aber wieder wurde die Sache vorzeititg publik und die Mitarbeiter KG sagte Njet. In der Öffentlichkeit entstand das Bild eines „Spiegel“-Geschäftsführers, der nicht Herr im eigenen Hause ist.  Armin Mahler, der Vorsitzende der Mitarbeiter KG hat sich laut Presseberichten überlegt, Frank die Unterstützung zu entziehen. Warum auch immer. Daraufhin standen in der Geschäftsführung der KG vier zu einer Stimme gegen Frank. Die Mitarbeiter KG des Spiegel Verlags hat mit Seikel und Aust ein starkes Führungsduo demontiert, und hat offenbar Gefallen an der Demonstration ihrer Macht gefunden. Wie das Kräftemessen dieses Mal ausgeht, wird sich zeigen.

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