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Games-Magazine: Eine Branche stirbt

Die aktuellen IVW-Zahlen zeigen es erneut: Kein anderes Publikumszeitschriften-Segment leidet so stark unter der riesigen Internet-Konkurrenz wie die Magazine für Computer- und Videospiele. Auflagenverluste von 15 – 20% sind der Normalzustand, Bauers "Bravo Screenfun" verlor sogar dramatische 60,5%. Ist das Games-Genre das erste Print-Segment, dessen Publikum komplett in die elektronischen Medien abwandert? MEEDIA hat sich die Zahlen der Branche genau angeschaut.

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17,5%, 14,9%, 14,8%, 21,5%, 20,4%, 8,8% und 60,5% – das sind die Zahlen des Grauens. Kein einziges der sieben Games-Magazine, deren IVW-Auflagen am Montag vorab veröffentlicht wurden, hat im zweiten Quartal weniger als 8,8% seiner verkauften Auflage aus dem Vorjahreszeitraum verloren. Von Zugewinnen können die Verleger ohnehin nur träumen. Marktführer „Computer Bild Spiele“ sackte beispielsweise von 319.004 verkauften Heften auf den neuen Minusrekord von 263.113 Stück ab – ein Verlust von 17,5%. Noch vor drei Jahren verkaufte der Axel-Springer-Titel mehr als doppelt so viele Hefte. IDGs „GameStar“ rutschte um 14,9% auf nunmehr 179.272 verkaufte Exemplare, Computecs „PC Games“ um 20,4% auf jetzt 137.699 Hefte.

Nahezu unfassbar sieht sie Situation bei Bauers „Bravo Screenfun“ aus: Verkaufte sich das Magazin vor acht Jahren noch 308.697 mal, sind jetzt, im zweiten Quartal 2008, gerade mal 22.105 Käufer übrig geblieben – das sind nur noch 7% der verkauften Auflage von 2000. Zahlen aus dem Horrorkabinett. Der Verlag hat auch nicht etwa die Sonstigen Verkäufe abgebaut: Über die Jahre ging fast ausschließlich echte, am Kiosk verkaufte Auflage verloren. In unserem Meedia-Analyzer, in dem auch Sie die IVW-Auflagen der vergangenen Jahre miteinander vergleichen können, sieht die dramatische Entwicklung der vier Titel seit 2005 so aus:

Selbst der Mega-Erfolg von Nintendos Spielkonsole Wii hat dem Segment keine neuen Käufer beschert. Das einzige von der IVW ausgewiesene Magazin für Nintendo-Fans, Computecs „N-Zone“, verkaufte im ersten Quartal 2008 ganze 23.549 Hefte – ein Minus von 13,7%. Zahlen für das zweite Quartal liegen dort noch nicht vor, die Tendenz wird sich aber fortsetzen. Für das an ältere Zielgruppen gerichtete „Wii Player“ weist der Verlag keine verkaufte Auflage aus, allerdings wurde die Erscheinungsweise kürzlich von zweimonatlich auf vierteljährlich geändert. Auch nicht gerade ein Erfolgssignal.

Haupt-Verantwortlich für den Niedergang des Genres dürfte das Internet sein. Hunderte professionelle und semi-professionelle Anbieter beglücken die Zielgruppe mit Spieletests, News, Trailern und Tipps, dazu kommen Tausende Hobby-Projekte mit teilweise erstaunlicher Qualität. Ein Magazin, das nur einmal pro Monat erscheint, kann in Sachen Aktualität einfach nicht mehr mithalten.

Zudem ist das Internet gerade für junge männliche Zielgruppen längst zum intergralen Teil ihres Medienkonsums geworden, Magazine auf totem Holz wirken da eher antiquiert. Aufgeben wollen die Verlage trotzdem nicht: Selbst in diesen großen Krisenzeiten kommen neue Magazine auf den Markt: Im März startete die kleine Airmotion GmbH eine deutsche Lizenzausgabe des britischen „Games TM“, im Herbst bringt Panini unter den Namen „ConsolPlus“ und „GamersPlus“ deutsche Versionen der österreichischen Magazine „consol.AT“ und „gamers.AT“ auf den Markt. Den Umschwung des sterbenden Genres werden auch sie nicht einleiten.

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