AWA: Dramatische Reichweitenverluste

Mit einem deutlichen Minus bei den Leserzahlen müssen Deutschlands Publikumszeitschriften und Tageszeitungen derzeit leben. Laut der aktuellen Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse ging die Reichweite der ausgewiesenen Titel um satte 3,8% zurück, 173 Titel verloren, nur 83 gewannen Reichweite hinzu. Zulegen konnten nur die Segmente der Sportzeitschriften und Esszeitschriften, größter Sieger ist dabei der anscheinend vom Fußball-EM-Jahr beflügelte "kicker".

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Die Spitze des aktuellen AWA-Rankings wird dominiert von Gratis-Titeln, Mitgliederzeitschriften und Supplements. So führt die „Apotheken Umschau“ mit einer Reichweite von 19,53 Mio. Lesern pro Ausgabe vor der „ADAC Motorwelt“, auf den Plätzen 4 und 6 folgen „rtv“ und „Prisma“. Dazwischen schieben konnten sich lediglich die „Bild am Sonntag“ und „TV Spielfilm plus“, die Anzeigenkombi aus „TV Spielfilm“, „TV Today“, sowie deren Ableger „TV Spielfilm XXL“ und „TV Today Digital“.

Bereinigt um die Titel, die nicht am Kiosk erhältlich sind, rücken „Focus“, „Geo“, „Bild der Frau“ und „Bunte“ in die Top Ten auf, die Tendenz bleibt jedoch dieselbe: Nur zwei der Top-Ten-Titel konnte laut AWA Leser gewinnen, die acht anderen verloren. Neben der „Bunte“ gewann überraschenderweise auch der Klassiker „Hörzu“ – ein kompletter Gegensatz zur IVW, wo seit Jahren Käufer verloren gehen. Demnach müssten es also immer mehr Leser pro gekauftem Exemplar geben. „stern“, „Spiegel“ und „Focus“ verloren zwischen 2,1% und 5,3%.

Die Tatsache, dass sich vor allem das Segment der Sportzeitschriften als AWA-Sieger fühlen darf, lässt sich auch in der Gewinner-Top-5 erkennen: „kicker“ auf Platz 1, „Sport Bild“ auf Rang 3. Ebenfalls deutlich an Reichweite zugelegt hat „TV Digital“.

Mit „TV Spielfilm plus“ findet sich auch in der Flop 5 der Absteiger ein 14-tägliches Programmie. „TV Movie“ schrammt mit einem Verlust von 0,30 Mio. Lesern pro Exemplar knapp an dieser Ehre vorbei. Größter Verlierer ist die „ADAC Motorwelt“, der 0,79 Mio. Leser abhanden gingen, dahinter folgen „House and more“ und „UMM MetropolenConnection“, ein Zusammenschluss verschiedener Stadtmagazine.

Viele neue Titel, die sich zum ersten Mal von der AWA ausweisen lassen, gibt es in diesem Jahr nicht. 13 Zeitschriften ersetzen fünf Magazine, die nicht mehr dabei sind. Interessant ist dabei wohl vor allem die Reichweite von „Vanity Fair“: 520.000 Leser pro Ausgabe kamen beim AWA-Debüt zusammen.

Auch eine Reihe von Tageszeitungen wird von der AWA ausgewiesen. Das Ranking wird von der „Bild“ angeführt, die ähnlich wie die „Bild am Sonntag“ über 9,35 Mio. Leser pro Ausgabe verfügt. Allerdings verlor die „Bild“ noch wesentlich deutlicher als die Sonntags-Ausgabe: Ein Minus von 520.000 Lesern (5,3%) steht unter der AWA-Bilanz. Das Feld der seriöseren Tageszeitungen führt die „Süddeutsche Zeitung“ an, gefolgt von der „FAZ“ und der „Welt“.

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