Burdas Zeitschriften auf Diät gesetzt

Spar-Welle im Burda-Reich. Konzernweit sollen die Print-Titel in den kommenden 18 Monaten zehn Prozent an Kosten einsparen. Grund: Das rückläufige Anzeigengeschäft und bestenfalls stagnierende Auflagen. Beim einstigen Renditewunder "Focus" von Helmut Markwort schmerzen die Sparpläne besonders. Zum Spar-Schock kommt der Unmut der Redaktion über die aktuelle Titelgeschichte "Werden Sie Zukunfts-Optimist!" Die Geschichte soll laut "SZ" in der "Focus"-Redaktionskonferenz kritisiert worden sein.

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Offenbar hielten einige Redaktionsmitglieder das Thema für nicht ganz am Puls der Zeit. Der „Spiegel“ machte diese Woche mit der Renaissance der Atomkraft auf. Bei „Focus Online“ wurde mitlerweile das Video vom Netz genommen, das normalerweise die aktuelle Titelgeschichte anfeatured. Zu sehen war die Autorin beim Besuch einer Wahrsagerin. Der Medien-Branchendienst turi2 lehnte sich relativ weit aus dem Fenster und brachte schon „Focus Online“-Chef Jochen Wegner als potenziellen Markwort-Nachfolger ins Spiel. Eine sehr gewagte Spekulation.

Intern bei Burda und extern glaubt zwar niemand wirklich daran, dass der ewige Kronprinz Uli Baur den „Focus“ ohne Markwort führen wird – wer aber eines nicht allzu fernen Tages in die Nach-Markwort-Ära einläutet, ist noch völlig offen. Der 71-jährige Markwort ist nach wie vor fit und würde jede Nachfolge-Diskussionen weit von sich weisen.

Die Sparpläne im Hause zeigen freilich, dass auch die erfolgsverwöhnten Münchner nicht gegen den Branchentrend immun sind. Der „Focus“ verzeichnete laut Zentraler Anzeigen Statisik (ZAS) einen Rückgang der Anzeigenseiten von 133,3 Seiten im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der „Spiegel“ verlor im gleichen Zeitraum nur 2,6 Anzeigenseiten. Offenbar hat nun auch der Verleger höchstselbst erkannt, dass etwas passieren muss. Im Verlag heißt es, die aktuellen Sparvorgaben seien von Hubert Burda persönlich abgesegnet.

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