Aldi und Co stützen Werbemarkt

Der deutsche Werbemarkt kann keine nennenswerten Zuwächse ausweisen. Das belegen die aktuellen Daten von Nielsen Media Research für das erste Halbjahr 2008. Die Brutto-Ausgaben für Werbung belaufen sich nach den ersten sechs Monaten des Jahres auf 10,2 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von lediglich 0,1 Prozent entspricht. Gegen den Trend agierten Discounter wie Aldi und Lidl, die ihre Ausgaben um 55 Millionen Euro bzw. 27 Millionen Euro steigerten.

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Als Grund für die Zurückhaltung auf dem Werbemarkt gelten steigende Energie- und Verbraucherpreise. „Die verunsichern die Konsumenten und stellen neben der Krise auf dem Finanzmarkt auch für die gesamte Wirtschaft eine Herausforderung dar“, erklärt Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt. „Diese Faktoren wirken sich ebenfalls auf die Werbewirtschaft in Deutschland aus, die sich in Zeiten der Unsicherheit zurückhaltender verhält.“ Für Wibbelt sind die Prognosen für dieses Werbejahr so schwer wie noch nie. Für realistisch hält er „ein leichtes Plus für das Gesamtwerbejahr 2008″.

Allerdings verhielten sich nicht alle Branchen zurückhaltend, einige steigerten ihre Bruttowerbe-Aufwendungen im ersten Halbjahr 2008. Dieser Trend läst sich in der Branche Festnetz beobachten, die die größten absoluten Zuwächse mit einem Plus von 56 Millionen Euro im Vergleichszeitraum verzeichnete. Als „angenehme Überraschung“ für Nielsen erwiesen sich die gestiegenen Bruttowerbeaufwendungen der Handelsorganisationen. Dieses Wachstum stammt zum größten Teil von den Discountern, die im letzten Jahr noch ihre Bruttowerbeaufwendungen reduziert hatten. Verantwortlich für dieses Werbewachstum bei den Discountern sind primär die Firmen Aldi und Lidl , die ihre Bruttowerbeaufwendungen um 55 Millionen Euro bzw. 27 Millionen Euro erhöhten. Beide Discounter bewarben jedoch nicht nur ihre Produkte und Services, sondern auch intensiv ihr Image in der Öffentlichkeit durch Anzeigen. Gerade Lidl musste investieren, um nach der Videoüberwachung in Lidl-Filialen den Imageverlust aufzufangen.

Während die Fernsehwerbung mit 4,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent zugelegt hat, muss das Medium Radio mit Werbeaufwendungen in Höhe von 627 Millionen Euro ein Minus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Das Werbevolumen der Tageszeitungen stagnierte laut Nielsen in diesem Zeitraum bei plus 0,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Publikumszeitschriften verzeichneten bei einem Bruttowerbeumsatz von knapp zwei Milliarden Euro ein deutliches Minus in Höhe von 2,7 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2007.

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