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Kirche will Weltbild verkaufen

Die katholische Augsburger Verlagsgruppe Weltbild soll verkauft werden. Entsprechende Presse-Berichte wurden von dem Verlag mittlerweile bestätigt. Als mögliche Käufer werden die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und die Buchhandelskette Thalia genannt. Offenbar gab es bei der katholischen Kirche massiven Ärger, weil Weltbild u.a. den Verkauf des in Kirchenkreisen umstrittenen Bestsellers "Sakrileg" von Dan Brown massiv beworben hatte.

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In „Sakrileg“ stellt der Autor Dan Brown u.a. die These auf, dass Jesus und Maria Magdalena verheiratet gewesen seien. Die Verlagsgruppe Weltbild gehört mehrheitlich den katholischen Bistümern Deutschlands und die fanden das Buch wenig amüsant. Die Unternehmensgruppe betreibt stationäre Buchläden (u.a. Weltbild, Hugendubel, Jokers) und verschiedene Online-Buchshops wie Weltbild.de oder BOL.de.

Offenbar will die Kirche künftig ähnliche Interessenskonflikte wie im Fall Dan Brown vermeiden und die Verlagsgruppe nun komplett verkaufen. Vom Zeitschriftengeschäft hat sich Weltbild bereits früher getrennt. Holtzbrinck wird als heißer Käufer-Kandidat gehandelt, weil der Medienkonzern aus Stuttgart mit Weltbild zusammen bereits den Online-Buchshop BOL.de und den Verlag Droemer Knaur betreibt. Von Weltbild-Seite wurde allerdings dementiert, dass es bereits Verhandlungen mit Holtzbrinck gebe. Bei Weltbild wird der Wert der gesamten Gruppe laut „FAZ“ auf 400 bis 500 Mio. Euro taxiert. Derzeit arbeiten rund 7.400 Mitarbeiter für Weltbild. Auch Bertelsmann wurde zwischenzeitlich als Kauf-Interessent gehandelt. Dies ist aber äußerst unwahrscheinlich. Der Gütersloher Medienkonzern will sich von seinem gesamten Buchclub-Geschäft trennen. Ein Zukauf des Buchhändlers Weltbild würde da keinen Sinn ergeben.

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