YouTube muss Nutzerdaten aufdecken

Datenschutz ade: Ein New Yorker Bezirksgericht hat den Mutterkonzern Google dazu verpflichtet, sämtliche Log-Datensätze aller YouTube-Nutzer an Viacom zu übergeben – inklusive IP-Adressen und Usernamen. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) reagierte prompt: "Das irrige Gerichtsurteil ist ein schwerer Schlag für den Datenschutz und erlaubt es Viacom, zu beobachten, was Sie bei YouTube sehen." Das Gericht wies diese Bedenken als „spekulativ“ zurück.

Anzeige

Viacom hatte die Herausgabe der Log-Daten gefordert um zu beweisen, dass geschützte Videos auf YouTube populärer sind als von Usern erstellte Clips. Sollte dieses tatsächlich zutreffen, könnte sich Googles Position in dem Prozess um Urheberrechtsverletzungen deutlich verschlechtern.

Wie Wired.com berichtet, muss Google zusätzlich Kopien aller Videos übergeben, die jemals von YouTube gelöscht wurden – egal, aus welchem Grund. Ein pikantes Detail, denn darunter dürften auch jede Menge private User-Videos fallen. Wie es bei diesen um den Urheberrechtsschutz bestellt ist, scheint nicht zu interessieren.
Viacoms zusätzliche Forderung, dass Google auch den Quelltext seiner Videosuche übergeben müsse, wies das Gericht zurück.

Viacom, zu dem auch die Musiksender MTV und VH1 gehören, hatte Google und dessen Tochterunternehmen im März 2007 aufgrund „massiver Copyright-Verletzungen“ verklagt und Schadensersatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar gefordert. Der Mutterkonzern des Video-Portals sieht sich im Recht: Sobald eine Beschwerde eingehe, würden die betreffenden Videos von der Plattform entfernt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige