Programmzeitschriften im Tief

Die Publikumszeitschriften müssen weiterhin mit einem Minus im Anzeigenmarkt leben. Laut der aktuellsten ZAS-Zahlen des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger druckten die rund 450 gemeldeten Titel im ersten Halbjahr 2008 4,4% weniger Anzeigen. Aus 103.497 Anzeigenseiten wurden 98.966. Der größte Verlierer ist dabei das Segment der Programmzeitschriften: Fast 12% der Anzeigen aus dem Vorjahr gingen den TV-Magazinen verloren.

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Die größten Verluste muss prozentual gesehen die „Hörzu“ erdulden: Ein fettes Minus von 24,8% steht unter der ZAS-Bilanz des Axel-Springer-Klassikers, 115 der 464 Anzeigenseiten aus dem Vorjahr gingen verloren. Auch die Großen verloren: „TV Movie“ fiel um 19,0% auf nun 591 Anzeigenseiten, „TV Spielfilm“ und „TV Today“ sanken um 13,5% bzw. 12,6% auf 596 bzw. 592 Seiten und selbst der Auflagengewinner „TV Digital“ veröffentlichte 5,3% weniger Werbung als ein Jahr zuvor: 506 Seiten. Nur drei der über 20 Programmzeitschriften können sich – wenn auch auf geringem Niveau – über positive Anzeigenentwicklungen freuen. „Die Zwei“ gewann 7,7% auf jetzt 269 Seiten, „nur TV“ legte um 5,7% auf 65 Seiten zu und „TV Sünde / TV 4Men“ konnte sich um 2,0% auf ganze 53 Anzeigenseiten steigern.
Während auch die Wohn- und Gartenzeitschriften (-10,8%), die Elternzeitschriften (-9,2%), sowie die IT- und Telekommunikationszeitschriften (-9,5%) zu den Verlierer-Segmenten des ersten Halbjahres gehören, haben zwei Trend-Genres zugelegt. Die Esszeitschriften gewannen 5,5% Anzeigenseiten hinzu, „Essen & Trinken“ sogar 30,0%, die Wissensmagazine verbuchen einen Anstieg von 1,4% – größter Gewinner hier: „Welt der Wunder“ mit +41,3%.
Die meisten Anzeigen erschienen 2008 bisher in „stern“, „Focus“ und „Spiegel“. Auch hier gingen allerdings deutliche Umfänge verloren. Der „stern“ konnte im ersten Halbjahr rund 1725 Anzeigenseiten drucken – ein Minus von 8,1%, der „Focus“ folgt mit 1608 Seiten (-12,6%), „Der Spiegel“ mit 1497 Seiten (-8,5%). Einziger Gewinner innerhalb der Top Ten ist die „Gala“, die mit einem Plus von 10,8% auf nun 1216 Anzeigenseiten gleichzeitig an der „Bunte“ vorbeizog (-6,0% auf 1199 Seiten). In absoluten Zahlen findet sich die „Gala“ mit den 118 hinzugewonnen Anzeigenseiten auf Platz 2 der Gewinner-Liste, knapp hinter dem Montags-„kicker“ und vor dem „PC Magazin“. Auf der Verliererseite führen die „Computer Reseller News“ mit rund 360 verlorenen Anzeigenseiten die Tabelle an, dahinter folgen „Focus“, „stern“ und „Computer Bild“.
Zur Einordnung: Die Zahlen der Zentralen Anzeigenstatistik sagen nichts über Umsätze aus, sondern einzig über Umfänge. Ein Minus bei den Umfängen kann theoretisch trotzdem mehr Geld in die Kassen spülen – wenn beispielsweise der Anzeigenpreis erhöht wurde. Zudem werden Eigenanzeigen und Gegengeschäfte, die für keine Umsätze sorgen, nicht herausgerechnet.

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