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GfK und TNS: Fusion wieder in Gefahr

Ein ewiges Hin und Her: Der geplante Zusammenschluss der Marktforscher GfK aus Nürnberg und Taylor Nelson Sofres (TNS) aus London steht auf der Kippe. Einflussreiche Mitglieder des GfK-Vereins, Mehrheitseigentümer der GfK, sind skeptisch, berichtet das "Handelsblatt". Die Abstimmung über die Fusion wurde vom 4. auf den 24. Juli verschoben. Auch Bayern würde gegen die Fusion stimmen – aus Angst um den Stellenabbau in Nürnberg. Die GfK ist dennoch zuversichtlich, dass der Deal klappt.

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Es sollte ein „Zusammenschluss unter Gleichen“ werden – doch offenbar sind noch nicht alle Fragen umfassend geklärt. Daher sollten die Mitglieder mehr Zeit bekommen, um über strittige Punkte diskutieren zu können, heißt es in einem Schreiben des GfK-Vereins.

Der GfK-Verein hält knapp 57 Prozent an der GfK AG und ist damit ihr Hauptaktionär. Die rund 570 Mitglieder setzen sich aus Unternehmen, Privatpersonen und Institutionen zusammen, unter anderem ist die Stadt Nürnberg beteiligt. Und die äußert große Bedenken: Käme es zu einer Fusion, würde sich die Konzernzentrale nach London verlagern. Der Stadtrat befürchtet einen Standortnachteil für die rund 1900 GfK-Beschäftigten in Nürnberg und sieht darin den Vorboten für einen Stellenabbau – daher würden sie gegen die Fusion stimmen.

Die Diskussion um einen geplanten Stellenabbau ist nicht neu: WPP-Chef Martin Surrell hatte entsprechende Gerüchte bereits vor einigen Wochen gestreut, die von der GfK anschließend dementiert wurden. Er hatte bereits zwei Übernahmeangebote für TNS abgegeben, ist beide Male jedoch bei den Aktionären abgeblitzt – sie galten als zu niedrig. Passend hierzu kursierten am Wochenende Spekulationen, wonach WPP sein Übernahme-Angebot noch einmal erhöhen würde.

Die Verschiebung der Abstimmung um drei Wochen sät Zweifel, ob der Deal mit TNS überhaupt noch zustande kommt. Zwar sieht die GfK darin kein Hindernis und zeigt sich zuversichtlich. Nach Angaben des „Handelsblattes“ würden die komplizierten Strukturen der GfK die Banker in London verunsichern: Die Abstimmung der Mitglieder ist laut Satzung nicht bindend, letztlich entscheide der Verwaltungsrat.

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