Schmidt & Pocher auf Quoten-Talfahrt

Peinlich, dem Ersten unwürdig - oder einfach nur "ui-jui-jui", wie ARD-Programmdirektor Günter Struve es am Montag im "Spiegel" ausdrückt. Die aktuellste "Schmidt & Pocher"-Sendung mit Gast Lady Bitch Ray war ein erneuter Tiefpunkt in der noch kurzen Geschichte der Late-Night-Show, die dem Ersten neues, junges Publikum zuführen sollte.

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Dass genau das immer weniger gelingt, macht die ARD-Granden anscheinend zunehmend nervöser. So äußert sich mdr-Intendant Udo Reiter im „Spiegel“ ungewohnt deutlich und spricht von einem „Absturz“ des Niveaus. Klarer Fall: Solang die Quote stimmt, ist den Entscheidungsträgern der ARD das Niveau schonmal relativ egal, sobald beides nicht mehr stimmt, wird es ungemütlich.

„Der Spiegel“ redet in seiner Geschichte zur Krise von ARD und ZDF im jungen Publikum in Sachen „Schmidt & Pocher“ noch von einem „echten Erfolg“. Doch so ein echter Erfolg ist die Sendung im jungen Publikum längst nicht mehr. Den vom „Spiegel“ errechneten 9,0% bei den 14- bis 49-Jährigen – das wären immerhin rund zwei Prozentpunkte mehr als der Sender-Mittelwert – liegen alle bisher ausgestrahlten „Schmidt & Pocher“-Ausgaben zugrunde. Meedia hat sich die Zahlen genauer angeschaut und kommt zu einem nicht mehr ganz so glanzvollen Ergebnis. So liegt die letzte Folge der Show, die im jungen Publikum über die 10%-Hürde geklettert ist schon fünf Monate zurück: Am 6. Dezember gab es 10,4%. Bis dahin hatten vier der fünf Ausgaben 10% und mehr erreicht, seitdem keine einzige der 13 ausgestrahlten Shows mehr. Vorläufiger Tiefpunkt: 5,1% am 10. April und damit etwa zwei Prozentpunkte weniger als der Senderdurchschnitt des Ersten. Die Lady-Bitch-Ray-Sendung war mit mittelmäßigen 7,2% auch kein Hit.

Ein Flop ist „Schmidt & Pocher“ zwar noch nicht, doch betrachtet man die elf Ausgaben des Jahres 2008 liegt die Show bei den 14- bis 49-Jährigen nur noch bei 7,9% und damit nicht mehr ganz so deutlich über dem Sendermittelwert. Die Tendenz zeigt dabei klar nach unten: die aktuellsten fünf Ausgaben liegen mit 7,2% nur noch auf Senderniveau. Oberflächlich betrachtet hat „Schmidt & Pocher“ zwar die Quoten des Vorläufers „Harald Schmidt“ verbessert – dort gab es im selben Zeitraum Januar bis Mai 2007 nur 6,8%, doch damals moderierte Schmidt schon nur noch in einer Starre der Lustlosigkeit, die schließlich zur Verpflichtung Pochers führte. Ein Jahr zuvor, in den Monaten Januar bis Mai 2006, gab es noch 8,6% und damit deutlich mehr als bei „Schmidt & Pocher“ 2008. In Schmidts ARD-Comeback-Monaten Januar bis Mai 2005 lag der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen sogar bei 11,2%. „Ein echter Erfolg“ also sei „Schmidt & Pocher“? Ui-jui-jui.

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