Mamma Mia! Italiens 0:3 sehen 15 Millionen

Die EM der Rekorde geht weiter. 14,86 Mio. sahen am Montagabend das bittere 0:3 von Luca Tonis Italienern gegen Holland. Solche Zahlen gab es bei bisherigen EMs in Spielen ohne deutsche Beteiligung frühestens im Halbfinale. Das zweite Spiel, Frankreich-Rumänien, schalteten wegen der für einen Werktag etwas frühen Ansetzung erstmals keine 10 Mio. ein - 8,76 Mio. Zuschauer sind dennoch ein Top-Wert. Bei der Konkurrenz siegte in der Prime Time des jungen Publikums Sat.1-Film "Dirty Dancing 2".

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Den sahen um 20.15 Uhr immerhin 1,26 Mio. 14- bis 49-Jährige – angesichts der Fußball-Konkurrenz gab es damit ordentliche 10,0% in der Zielgruppe. Sat.1 schlug RTLs „Die Hässliche“ (8,6%), „CSI: NY“ bei Vox (8,3%), ProSiebens „Bermuda Dreieck“ (7,7%), RTL IIs „Die Kochprofis“ (6,5%), „Das Traumschiff“ im ZDF“ (4,9%) und das „Raumschiff Enterprise“ bei kabel eins (3,4%). Gegen den EM-Fußball hatte Sat.1 natürlich auch im jungen Publikum keine Chance: 6,58 Mio. der 14,86 Mio. Holland-Italien-Zuschauer waren 14 bis 49 Jahre alt. Die Montags-Quoten in der Detail-Analyse:
RTL: Die beiden einzigen RTL-Sendungen, die am Montag dem Fußball halbwegs trotzen konnten, waren die Soaps „Unter Uns“ und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. „Unter Uns“ schaffte um 17.30 Uhr 15,9%, „GZSZ“ später 18,8%. Alle anderen Formate blieben zwischen 16 Uhr und Mitternacht bei maximal 12,6% hängen. Tiefpunkt war dabei der Prime-Time-Film „Die Hässliche“ mit 8,6%. In der Tageswertung blieb RTL mit 11,5% immerhin Platz 2.

ProSieben: Auch bei ProSieben gab es nach den guten Zahlen für „We are Family!“ (15,4%) und „U20“ (17,0%) den erwarteten Absturz. „Deine Chance!“ erzielte um 16 Uhr immerhin noch 13,2%, „Taff“ anschließend 11,9%. Spätestens mit „Galileo“ war es dann vorbei für ProSieben: Den 8,3% für das Wissensmagazin folgten 7,7% für „Bermuda Dreieck – Tor zu einer anderen zeit“ und 9,7% für „John Carpenter’s Ghosts of Mars“. Tagesergebnis für ProSieben: nur Platz 4 mit 9,1%.

Sat.1: Den kleinen Sat.1-Prime-Time-Erfolg haben wir schon genannt. Betrachtet man die 10,0%, die „Dirty Dancing 2“ gegen den Fußball geholt hat, war der Film auf dem Sendeplatz wohl verschenkt. Ohne EM hätte er wohl Marktanteile weit über dem Senderdurchschnitt erreicht. Rund um den Film herum sah es bei Sat.1 aber genauso aus wie bei den anderen Privatsendern. Um 16 Uhr und 17 Uhr gab es immerhin noch 15,6% für „Richter Alexander Hold“ und „Niedrig und Kuhnt“, doch pünktlich um 18 Uhr fielen die Zielgruppen-Marktanteile unter die 10%-Hürde. Den Tiefpunkt bildeten dabei „Das Sat.1-Magazin“ mit 5,5%, die „Sat.1 Nachrichten“ mit 6,1% und „Toto & Harry“ mit 6,2%. Dank „Dirty Dancing 2“ überholte man in der Tageswertung immerhin die Kollegen von ProSieben: Rang 3 mit 9,2%.

Vox: Bei Vox kann man sich angesichts der Montagsquoten immerhin über „CSI: NY“ freuen. Mit 8,3% landete die Krimiserie sogar über dem üblichen Senderdurchschnitt. Alle anderen Formate schafften das nicht: Von den 6,1% für „Auf und davon“ um 16 Uhr über die 4,5% für „Wissenshunger“ um 18 Uhr zu den 6,3% für „Das perfekte Dinner“. Nach „CSI: NY“ fiel auch „Criminal Intent“ mit 6,7% unter die Vox-Normalwerte, „Shark“ schaffte danach nur 5,4%. Mit 6,4% landete Vox ind er Tageswertung aber immerhin vor RTL II.

Das Erste: Wie sehr die EM den Öffentlich-Rechtlichen junge Zuschauer beschert, zeigt beispielhaft der Montagnachmittag. Um 16.10 Uhr hing „Brisant“ noch bei mittelmäßigen 7,8%, nicht einmal zwei Stunden später lag das EM-Spiel zwischen Rumänien und Frankreich bei grandiosen 43,1%. Die 20-Uhr-„Tagesschau“ lief zwischen den Matches auch noch bei 3,00 Mio. 14- bis 49-Jährigen, das 3:0 der Holländer sorgte schließlich für den Tages-Topwert von 50,9%. „Waldis EM-Club“ halbierte den Marktanteil nach 23 Uhr zwar schnell, lag mit 23,7% aber ebenfalls noch weit über dem Normalniveau des Ersten. Selbst das „Nachtmagazin“ stellte mit 18,2% locker eine neue Jahresbestlesitung auf. Natürlich war Das Erste am Montag Marktführer im jungen Publikum – mit herausragenden 28,1%.

ZDF: Das ZDF ist ohne EM-Fußball sofort wieder ins Quoten-Nirvana gestürzt. Mit nur 4,5% reihte sich der Sender am Montag zwischen RTL II und kabel eins ein – vergessen sind die 32,9% vom Sonntag. Ordentliche Zahlen gab es am Montag nur für die Telenovela „Wege zum Glück“, die 8,0% erzielte. Am Abend versagten „Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben“ mit 2,5%, selbst „Das Traumschiff“ schaffte gegen den Fußball nur 4,9%. Besonders schlecht lief es für das „heute-journal“: 1,9% im jungen Publikum dürften der Jahres-Tiefstwert sein.

RTL II: Auch die Montags-Hits der vergangenen Wochen blieben gegen die Holländer und die Italiener weit unter ihren Normalwerten. „Die Kochprofis“ schafften um 20.15 Uhr mit 6,5% immerhin einen Zielgruppen-Marktanteil, der leicht über dem RTL-II-Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate (6,4%) liegt, „Big Brother – Die Entscheidung“ fiel um 21.15 Uhr aber auf 5,8%. Erst Trash-Doku-Soap „Dog, der Kopfgeldjäger“ kletterte nach 23 Uhr auf 7,1%. 5,7% sind in der Senderwertung ein Wert, mit dem RTL II leben kann.

kabel eins: Nachdem kabel eins der EM am Samstag mit zehn Folgen von „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ getrotzt hatte, schaffte das 60er-Jahre-Original „Raumschiff Enterprise“ am Montag so etwas nicht. Maximal 390.000 Werberelevante brachten dem Sender während der drei Episoden nur Marktanteile von 2,9% bis 3,5%. Deutlich besser lief es noch in der Mittagszeit und am frühen Nachmittag: Dort kletterten „Bill Cosby Show“ und „King of Queens“ auf 10,2% und 9,5%. Insgesamt half das kabel eins aber nur wenig: Mit 4,2% belegt der Sender in der Montagswertung nur Rang 8.

Die kleineren Sender: Was läuft im Fernsehen immer? Auch bei kleinen Sendern? Na klar: Sex. So war die 3sat-Doku „Sex – Was wirklich läuft“, die mit 2,3% nach 23 Uhr ungefähr das Dreifache der Sender-Normalwerte erreichte, das einzige Programm der kleineren Sender, das sich aus der Montagsmasse abhob.

Das Gesamtpublikum: Insgesamt war der stärkste Fußball-Konkurrent der ZDF-Klassiker „Das Traumschiff“. 3,73 Mio. Zuschauer zogen den gemächlichen Film dem spannenden Fußball vor und brachten ihn damit auf Platz 5 der Tages-Charts. Davor finden sich natürlich nur Sendungen des Ersten: die beiden Fußballspiele, die 20-Uhr-„Tagesschau“ und die Moderationen und Analysen, die in der Quotenliste dankenswerterweise zu einer Sendung zusammengefasst wurden. RTL erreichte mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ als bestplatzierter Privatsender immerhin Rang 6, stärkste Sat.1-Sendung war „Richter Alexander Hold“ auf Platz 12.

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