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Yahoo-Übernahme: Microsoft unter Druck

Softwareriese Microsoft hat seine Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Analysten weitgehend erfüllt. Bei einem Umsatz von 14,45 Milliarden US-Dollar (im Vorjahr 14,40 Milliarden US-Dollar) und einem Konzerngewinn von 4,39 Milliarden US-Dollar (4,93 Milliarden US-Dollar) sind die Verluste - zumindest was den Nettogewinn (minus elf Prozent) angeht - geringer, als angenommen.

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Das Ergebnis des Gesamtkonzerns ist insbesondere durch das von der EU verhängte Kartellbußgeld belastet. Die Strafe schmälert den Gewinn um 1,42 Milliarden US-Dollar und somit den Aktienwert um 0,15 US-Dollar. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse war die Aktie zunächst um 4,8 Prozentpunkte auf 30,14 US-Dollar gefallen, erholte sich aber und schloß den Börsentag mit einem Wert von 31,80 US-Dollar.

Anders als die großen Internetfirmen wie Ebay und Amazon konnte Microsoft keine erwähnenswerte Umsatzsteigerung vorlegen. Gerade das Kerngeschäft mit der Windows-Sparte verlor 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ging von 5,27 Milliarden auf 4,02 Milliarden US-Dollar zurück. Auch das Onlinegeschäft hat weiter verloren. Zwar konnte der Umsatz um 40 Prozent auf 843 Millionen US-Dollar gesteigert werden; die Nettoverluste sind jedoch auf 228 Millionen US-Dollar gestiegen.

Die Schwäche im Onlinegeschäft soll mit der Übernahme von Yahoo behoben werden. Allerdings hat sich die Ausgangsposition von Microsoft-CEO Steve Ballmer in der Übernahme-Schlacht mit Yahoo durch die aktuellen Zahlen nicht verbessert. Microsoft hatte Yahoo ein Ultimatum gestellt, das am kommenden Wochenende ausläuft. CFO Chris Liddell sieht keine Veranlassung, sein Übernahmeangebot in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Es gäbe keine Anzeichen dafür, dass man Yahoo unterbewerte. „Tatsächlich  haben wir eher das Gegenteil wahrgenommen“, so Liddell. Sollte sich Yahoo-CEO Jerry Yang immer noch quer stellen, könnte sich Microsoft direkt an die Aktionäre wenden und somit eine feindliche Übernahme einleiten. 

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