US-Zeitungsverlag verliert Milliarden Dollar

Der größte US-Zeitungsverlag Gannett Co. ("USA Today") muss bis zu drei Milliarden Dollar abschreiben. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, entspricht die Summe rund 19 Prozent des gesamten Unternehmenswertes. Ursache für den Schritt seien vor allem die ökonomische Situation in Großbritannien, wo die Immobilienkrise auch das Werbegeschäft stark in Mitleidenschaft gezogen hat, so ein Verlagssprecher. Die Reaktion der Analysten fiel erstaunlich moderat aus.

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Gannett gab die Abschreibung auf einer Investment-Konferenz in New York bekannt. Die endgültige Summe wird sich zwischen 2,5 und maximal 3 Milliarden Dollar bewegen und die gesamten Einnahmen des Konzerns im zweiten Quartal verschlingen. Der Zeitungsverlag Gannett Co. gibt mehr als 80 Tageszeitungen heraus, darunter die auflagenstärkste US-Zeitung „USA Today“.

Der größte Teil der aktuellen Abschreibung rührt allerdings vom UK-Geschäft her. Die Gannett-Tochter Newsquest, die 17 Regionalzeitungen publiziert, musste schwere Einbußen im Kleinanzeigengeschäft hinnehmen. Die Rückgänge wurden vor allem durch den Einbruch auf dem britischen Wohnungsmarkt ausgelöst.

Gannet ist das jüngste Opfer auf dem Medienmarkt, das schwer von der Immobilienkrise in Mitleidenschaft gezogen wird. Unter anderem waren in  der jüngsten Vergangenheit New York Times Co. , McClatchy Co. und Lee Enterprises von Abschreibungen betroffen.

Sprecher von Gannett Co. haben die Bedeutung der Drei-Milliarden-Abschreibung heruntergespielt. Weder Liquidität noch die Fähigkeit zu investieren sei gefährdet. Gannett Co., dessen Aktien im vergangenen Jahr die Hälfte an Wert verloren, rechnet  für das zweite Quartal mit nur 1,01 bis 1,03 Dollar pro Wertpapier.

Die Reaktion der Investoren fiel weitgehend gelassen aus. „Diese Art Abschreibung ist ein typischer Spätindikator“, sagte  etwa der Fitch Ratings-Analyst Mike Simonton. „Die sich weiter verschlechternden Aussichten der Industrie sind bereits in unsere Bewertungen und Modelle eingearbeitet.“

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