Umstrittener Start von Google Health

Google Health, die Gesundheits-Site des Internetriesen, ist online. 2006 wurde der Dienst erstmals angekündigt, seitdem hat Google-CEO Schmidt das Projekt immer wieder umgewandelt. In seiner jetzigen Form bietet die Site neben vielfältigen Informationen über Krankheiten und Behandlungs- möglichkeiten einen Ärzte-Finder sowie eine elektronische Kranken- akte. Hier können User Details ihrer Krankengeschichte, etwa benötigte Medikamente oder Therapien, aufzeichnen und online verwalten.

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In seinen Nutzungsbedingungen weist Google darauf hin, dass einzig und allein der User dazu berechtigt ist, seine virtuellen Google Health-Unterlagen einzusehen – es sei denn, er erlaubt einem Dritten, etwa seinem Hausarzt, dem Online-Dossier Informationen zu entnehmen.

Google selbst wird die Auskünfte nicht an Dritte weitergeben – zumindest nicht, wenn keine richterliche Anordnung eine Offenlegung erzwingt. Das Unternehmen  darf jedoch die bei Google Health hinterlassenen Informationen für andere Google-Dienste auswerten und benutzen, so etwa für das Gmail-Adressbuch. Auch kündigte Google an, Teile der gesammelten Informationen anonymisiert weiterzugeben, zum Beispiel für medizinische Untersuchungen.

Derzeit ist nicht klar, welches Business-Modell hinter Google Health steht. Noch vor wenigen Wochen hatte Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer betont: „Wir wollen erst einmal ein solides Produkt entwickeln und ums später um mögliche Finanzierungsmodelle kümmern.“ Das Einbinden von Werbung auf den Seiten lehnte jedoch sie sowie Googles CEO Eric Schmidt bis zuletzt ab.

Die Site ist momentan nur auf Englisch verfügbar, und auch sonst orientiert sie sich am US-Markt: Dort sind ähnliche Online-Angebote mittlerweile gang und gäbe, etwa Microsofts HealthVault oder Steve Cases Revolution Health; viele Ärzte sind online mit ihren Patienten verbunden. Hierzulande ist man noch nicht soweit: Der Start der in Teilen vergleichbaren elektronischen Gesundheitskarte wird immer wieder verschoben – nicht zuletzt wegen massiver Datenschutzbedenken.

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