Springer-Erbstreit geht vor den BGH

Der Streit um das Springer-Erbe geht weiter: Axel Sven, Enkel des Großverlegers Axel Cäsar Springer, hat beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die Zulassung eines Revisionsverfahrens beantragt und sieht sich weiterhin unrechtmäßig um den Großteil seines Erbes gebracht. Im Januar hatte das Hanseatische Oberlandesgericht die Klage von Axel Sven gegen Verleger-Witwe Friede Springer ohne Revisionsmöglichkeit abgewiesen.

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Bereits kurz nach dem Urteilsspruch ließ Axel Sven Springer verlauten, er werde gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde in Karlsruhe einlegen. Wie der BGH am Montag bestätigte, ist dies nun geschehen.

Sollte die Revision zugelassen werden, prüft der BGH den Fall in letzter Instanz. Anderenfalls würde das Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg rechtskräftig und das gerichtliche Verfahren wäre damit abgeschlossen. Die Entscheidung des BGH ist nach Agentur-Angaben erst in einigen Monaten zu erwarten.

Rund sechs Jahre dauert mittlerweile der Rechtsstreit, in dem Axel Sven Springer darum kämpft, dass die Übertragung von Aktienanteilen an seine Stiefgroßmutter Friede Springer wegen „arglistiger Täuschung“ für ungültig erklärt wird. Er sei damals überrumpelt worden und hätte keinen Rechtsbeistand gehabt.

Axel Springer hatte in seinem Testament seine Frau Friede zu 50 Prozent, seine Tochter Barbara Choremi und Enkel Axel Sven zu je 25 Prozent als Erben eingesetzt. Laut Testamentsvollstrecker Bernhard Servatius sei dies jedoch nicht der „tatsächliche“ letzte Wille des Verlegers gewesen.
Dieser letzten, allerdings nicht formgerecht verfügten Fassung zufolge sollten der damals 19-jährige Axel Sven und seine Tante Barbara auf den Löwenanteil ihres Erbes verzichten, um eine Neuaufteilung im Sinne des Vaters und Großvaters möglich zu machen: 70 Prozent für Friede, je 10 Prozent für Barbara Choremi und deren Bruder Nicolaus Springer, sowie je 5 Prozent für Axel Sven und dessen Schwester Ariane. Nicolaus und Ariane sollten ursprünglich leer ausgehen. Axel Sven Springer willigte damals in den Verzicht ein, der ihn um 80 Prozent seiner Erbschaft brachte.

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