News-Giganten im Duell: CNN schlägt Fox

CNN hat erstmals seit sieben Jahren auf dem US-Fernsehmarkt im Nachrichtengeschäft wieder die Nase vorn und verdrängt Fox News auf Platz zwei. Im April erreichte CNN annähernd 62 Millionen Zuschauer, Fox kam nur auf 50 Millionen. Für CNN bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahr einen Quotenanstieg um 17 Prozent in der Hauptsendezeit. Der Grund dafür ist einfach. Im Wahljahr punktet der Sender der Time Warner-Gruppe mit exzellenter Berichterstattung gegenüber seinem rechtslastigen Rivalen.

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 „CNN ist mit seiner Wahlberichterstattung allen anderen Nachrichtensendern weit überlegen“, zitiert das „Handelsblatt“ Journalismus-Professor Joe Cutbirth. Dabei profitiert CNN vor allem von der politischen Stimmung in den USA. Der Sender hat traditionell den Anspruch, seine Zuschauer umfassend zu informieren. Rupert Murdochs Fox News hingegen ist in seiner Berichterstattung deutlich meinungsbetonter und Bush-freundlicher. Die Stimmung im Land ist aber klar gegen die Regierungspolitik, und das macht sich bei den Fox-Zuschauerzahlen negativ bemerkbar. „Fox ist mehr ein Anwalt der Bush-Regierung als ein Nachrichtensender. Jetzt sinkt das politische Schiff – und Fox sinkt mit.“

Die Strategie von CNN ist laut Cutbirth „jung, hip und schnell“. Das ist vor allem im Election Center in New York zu spüren. Überall im Studio sind riesige Videowände und Sensorbildschirme für interaktive Grafiken aufgebaut. Das New Yorker Studio bilde die Spitze des riesigen Medien-Eisbergs von CNN, sagt David Bohrman, Politikchef des in Atlanta beheimateten Senders. Nach mehreren Jahren der „Identitätskrise“, die die „New York Times“ CNN einmal bescheinigte, besinnt sich der Sender jetzt wieder auf seine Stärken: „Nachrichten, kombiniert mit Innovation und neuesten Technologien“, erklärt Bohrman.

Der Erfolg von CNN ist umso bemerkenswerter, als sich TV-Sender wie Printmedien in der Wahlkampfberichterstattung zunehmend der Konkurrenz eines Newcomers ausgesetzt sehen: dem politischen Weblog, bestes Beispiel „Huffington Post“. Betreiberin Arianna Huffington, die mit erstklassigen Kontakten nach Washington ausgestattet ist, gründete das Politikblog im Jahr 2005. Im Februar hatte die linksliberale „Huffington Post“ etwa 3,7 Millionen Besucher auf der Seite und stieß damit in die Top Ten der US-Zeitungsportale vor. Auch die Politiker selbst wissen um die Bedeutung dieser Blogs. So distanzierte sich Barack Obama kürzlich via „Huffington Post“ von seinem Ex-Pastor.

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