Madonna: Live-Konzert im Internet

MSN Music sendet heute Madonnas Konzert zu ihrem elften Studioalbum "Hard Candy" live im Internet. Die Übertragung aus dem Roseland Ballroom in New York wird am Donnerstag Morgen ab vier Uhr deutscher Zeit gestreamt - kostenlos. Madonna hatte das Internet bereits in der Vergangenheit als Marketing- Plattform genutzt. Mit dem Live-Stream geht sie einen Schritt weiter. Bei aller Skepsis gegenüber dem Internet als Vertriebsweg für ihre Musik hat Madonna sich früh der neuen Techniken bedient.

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Konsequent nutzt sie Social Networks und Video-Plattformen für die Vermarktung ihrer Musik. Ihr letztes Album „Confessions on a Dance Floor“ konnten die Fans bei AOL hören, bevor es in die Läden kam. Allerdings waren die Songs mit Kommentaren der Sängerin markiert – und so für die freien Filesharing-Portale verdorben. „Hard Candy“ ließ Madonna über ihre MySpace-Seite streamen, diesmal allerdings ohne Sicherheitsmarken.

Dabei beweist sie durchaus Humor. Kurz nach der Veröffentlichung des „Hard Candy“-Clip „4 Minutes“ bei Youtube, drehten zahlreiche Amateure eigene Imitationen und luden sie auf die Video-Plattform. Madonna spann den Faden weiter. Sie reagierte mit einer Persiflage der Imitationen: In schwarzem Kleid und schwarzen Stiefeln ist sie beim Staubsaugen zu sehen und unterbricht die Hausarbeit, um sich bei den Fans zu bedanken. Allerdings müsse sie wegen der vielen Kopien jetzt ein wenig sparen.

Madonna gilt als die zeitgenössische Pop-Künstlerin, mit der höchsten Adaptionsfähigkeit. Dass sie sich immer wieder neu erfunden habe, ist ein geflügeltes Wort über die Sängerin. Auch das Internet hat die Geschäftsfrau für sich entdeckt. Im Interview mit dem „Spiegel“ sagt Madonna: „Ich empfinde es als gewaltigen großen Sieg, seit 25 Jahren im Musikgeschäft zu überleben. Genauer gesagt, dabei immer erfolgreich gewesen zu sein.“ Und dass sie weder fernsehe, noch Zeitungen lese. „Wenn ich mich informieren will, nutze ich das Internet“.

Während Madonna nun das Web nutzt, um ihre neue Platte zu promoten, testen andere Musiker – ebenfalls offensiv – andere Konzepte. Die Rockband Radiohead hat ihr Album „In-Rainbows“ ganz ohne Plattenfirma frei als Download angeboten und es den Nutzern freigestellt, dafür zu bezahlen. Damit landete Radiohead auch eine erhebliche PR-Wirkung, die der drei Monate später veröffentlichten CD zu Gute kam. „Nine Inch Nails“ haben ihr neues Electro-Album gleich in mehreren Versionen auf ihrer Homepage gegen Bezahlung angeboten. Und die britische Band Portishead ließ ihr „Third“ eine Woche in voller Länge auf Last.fm streamen, bevor die CD in den Verkauf kam.

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