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Bertelsmann feuert Topmanager Olson

Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann trennt sich laut "New York Times" von seinem Topmanager Peter Olson, der als Chef der Random House Inc. für die Buchsparte des Konzerns verantwortlich ist. In zwei Wochen soll endgültig über die Zukunft von Olson entschieden werden. Damit reagiert der neue Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski auf die Wachstumsschwäche der Stammgeschäfte, die unter der Digitalisierung der Unterhaltungsmedien leiden.

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Bertelsmanns Buchsparte unter dem Dach von Random House in New York ist die weltgrößte englischsprachige Verlagsgruppe und kann so prominente Autoren wie John Grisham, Norman Mailer oder Toni Morrison vorweisen. Dennoch konnte Olson die hohen Erwartungen des Medienkonzerns nicht erfüllen. Die zuletzt knapp zehn Prozent Rendite reichten nicht aus, um seine Position zu stärken. Vergeblich wartete man bei Bertelsmann auf einen neuen Kassenschlager wie „Da Vinci Code“ vom Bestseller-Autoren Dan Brown. Offiziell will Bertelsmann die Trennung von Olson noch nicht bestätigen. Dass es Diskussionen gäbe, wurde aber eingeräumt. In zwei Wochen findet in New York ein Gipfeltreffen der Bertelsmann-Manager statt, dann dürfte über die Modalitäten von Olsons Entlassung entschieden werden.

Der 58-jährige Olson gilt als knallharter Manager mit literarischer Ader, der sich nicht lange den Kopf zerbrechen muss, um Mitarbeiter zu feuern – nun ist er selbst „Opfer des profitversessenen Denkens“ geworden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt. Zwischen dem hochmütigen Intellektuellen Olson und dem bodenständigen Vorstandschef Ostrowski soll es wiederholt zu Konflikten gekommen sein. Olson, einer der mächtigsten Manager im amerikanischen Verlagswesen, leitet Random House seit zehn Jahren.

Als aussichtsreichster Nachfolge-Kandidat wird Deutschland-Chef Jörg Pfuhl gehandelt, dessen Arbeitsstil als „lautlos und effektiv“ beschrieben wird. Aber auch Gail Rebuck, die resolute Chefin der britischen Filiale von Random Houser, gilt als mögliche Nachfolgerin Olsons. Mit Olson würde der einzige Ausländer im Vorstand entlassen. Von Hartmut Ostrowski wird nun mehr denn je eine Strategie zur Lösung der Krise der Buchbranche eingefordert, die unter dem Siegeszug der Digitalisierung leidet.

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