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ARD und ZDF sind die Gewinner

Die Fernseh-Berichterstattung zur diesjährigen Fussball-EM ist fest in der Hand der Öffentlich-Rechtlichen. Alle anderen Sender müssen sich auf das fussballerische Randgeschehen beschränken. Und auch im Internet trumpfen ARD und ZDF ordentlich auf: Während noch heftig über die geplante Online-Expansion der Öffentlich-Rechtlichen gestritten wird, nutzen diese die Unklarheit und stellen neben Live-Streams auch etliche Zusatzangebote ins Netz.

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Die Fußball-EM wird zur öffentlich-rechtlichen Angelegenheit: 27 der 31 EM-Spiele werden von ARD und ZDF, die restlichen vier von den Digitalsender EinsFestival und ZDFinfokanal übertragen. Nur auf Eurosport gibt es die Spiele auch in voller Länge ­ – allerdings vormittags um 9:30 Uhr und mit zwei Tagen Verzögerung.

Alle anderen Sender versuchen meist mit einem täglich Magazin von der EM-Begeisterung zu profitieren. Phoenix berichtet in „EM-Fieber“ immer um 11:30 Uhr über die Spiele vom Vorabend, n-tv lädt morgens ein zum „Fußball-Frühstück“ und RTL hat sich Fußball-Weltmeister Olaf Thon geholt, der sowohl im Magazin am Vormittag als auch in „RTL aktuell“ die EM kommentieren wird. Der Sportsender DSF ist noch bescheidener: Lediglich die sonntäglichen Talkrunde „Doppelpass“ mit Jörg Wontorra wird das Geschehen reflektieren.

Bei der ARD setzt man auf das bewährte Duo Gerhard Delling/ Günther Netzer, das nachmittags von Public-Viewing-Plätzen und abends live aus dem Stadion die Spiele analysieren wird. Außerdem wurde Mehmet Scholl, ehemals Spieler des FC Bayern, als Experte mit ins Boot geholt; er wird zusammen mit Reinhold Beckmann die Nachmittagsschicht übernehmen. Die Spiele live kommentieren Tom Bartels, Steffen Simon und Hellmut Krug.

Das ZDF bleibt bei der bekannten „Dreierkette“. Johannes B. Kerner, Trainer Jürgen Klopp und der ehemalige Schweizer Schiedsrichter Urs Meier werden von der Seebühne in Bregenz aus agieren. Live-Reporter sind Thomas Wark, Wolf-Dieter Poschmann und Béla Réthy.

Und spätabends wird´s bei den Öffentlich-Rechtlichen – wie schon bei der WM 2006 – lustig: In der ZDF-Sendung „Nachgetreten“ versuchen sich Ingolf Lück & Co. an einer satirischen Betrachtung des Tagesgeschehens; in der ARD darf zunächst Oliver Pocher seine „EM-Geschichten“ erzählen, danach lädt Waldemar Hartmann wieder zum Stammtisch-Talk in „Waldis EM-Club“ ein.

Aber nicht nur im Fernsehen dominieren die Öffentlich-Rechtlichen das Geschehen, auch online berichten ARD und ZDF in einer nie dagewesenen Ausführlichkeit. Besonders die ARD möchte die Chance nutzen, um ihre kürzlich gestartete Mediathekt zu pushen. Von der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft im Tessiner Teamhotel über die Pressekonferenz der DFB-Elf bis hin zu Spielübertragungen ist alles im Stream auch online abrufbar.

Zusätzlich wird das Bewegtbild durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt: Mit Zusammenfassungen, Kommentaren und Analysen wie beispielsweise „Steinbrechers Formcheck“ zur Fitness der Nationalspieler rücken – so interpretiert die „SZ“ – die Öffentlich-Rechtlichen ihr Online-Angebot in die Nähe der umstrittenen „elektronischen Presse“.

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