Weniger Hörer für den Hörfunk

Noch ist es ein Jammern auf hohem Niveau, aber es könnte bezeichnend für die Entwicklung eines ganzen Mediums sein: Die Hörerzahlen des Radios sind auch nach Ergebnissen der aktuellen Radio-MA rückläufig. Zwar beträgt die Tagesreichweite des Hörfunks bei den Erwachsenen ab 14 Jahren noch 76,8%, doch das ist der geringste Wert seit 1976. Die Hördauer stagniert zudem bei 186 Minuten, weniger Radio haben die Deutschen zuletzt 1999 gehört. Marktführer bleibt unterdessen radio NRW.

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1,398 Mio. Hörer pro Durchschnittsstunde (montags-samstags, 6-18 Uhr) haben die radio-NRW-Sender laut Radio MA 2008-I. Das ist zwar ein Rückgang von satten 6,0%, dennoch gibt es in Deutschland keine Sender mit mehr Hörern. Mit deutlichem Abstand folgen Antenne Bayern mit 956.000 Hörern und SWR3 mit 918.000. Insgesamt liegen die Privatsender mit 10.383 Hörern weiterhin vor der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz (9.512). Im Gegensatz zum Privatfunk (+0,4%) gingen dort Hörer verloren – ein Minus von 1,6% steht unter der öffentlich-rechtlichen Bilanz. im Vermarkter-Ranking führt die ARD dennoch: mit 55,2% vor Die MA-Ergebnisse im Überblick:
Schleswig-Holstein: R.SH führt den Markt deutlich mit 27,0% an, dahinter folgen NDR 1 Welle Nord mit 21,6%, NDR 2 mit 24,9%, sowie Radio Hamburg und Radio Nora mit je 6,3%.
Hamburg: Radio Hamburg bleibt Marktführer – mit 27,5%. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen auch hier NDR-Sender: NDR 90,3 mit 21,0% und NDR 2 mit 11,0%. Die Ränge 4 und 5 gehen an Oldie 95 (8,0%) und Das neue alster radio (7,0%).
Niedersachsen: Niedersachsen ist fest in NDR-Hand: NDR 1 Niedersachsen führt mit 31,1% deutlich vor der privaten Nummer 1 radio ffn (18,7%). NDR 2 (13,7%), Hit-Radio Antenne (13,2%) und N-Joy (4,1%) folgen dahinter,
Mecklenburg-Vorpommern: Das nordöstlichste Bundesland haben sich drei Sender fast komplett aufgeteilt. Marktführer ist dabei die Ostseewelle Mecklenburg-Vorpommern mit 31,8%, ergäntz wird das Trio von NDR 1 Radio Mecklenburg-Vorpommern (25,1%) und Antenne Mecklenburg-Vorpommern (24,2%). Abgeschlagen auf 4 und 5 folgen NDR 2 (9,0%) und N-Joy (4,9%).
Bremen: Bremen ist fest in öffentlich-rechtlicher Hand. Bremen Eins hat mit 26,9% den höchsten Marktanteil, dahinter folgen mit NDR 1 Niedersachsen (24,4%) und Bremen Vier (15,4%) zwei weitere ARD-Kanäle. Der stärkste Privatsender radio ffn hat nur 9,0% des Bremer Radiokonsums, Energy Bremen folgt mit 7,5%.
Sachsen-Anhalt: Dominierender Sender Sachsen-Anhalts bleibt radio SAW – mit 32,2%. mdr 1 Radio Sachsen-Anhalt folgt mit 19,0% vor Radio Brocken (16,9%). Auf den Plätzen 4 und 5: Jump (6,6%) und 89.0 RTL (5,2%).
Thüringen: Spannend sieht es in Thrüngen aus. mdr 1 Radio Thüringen führt – mit 25,9% allerdings nur einen Prozentpunkt vor Antenne Türingen (24,9%). Mit Jump (11,6%) und der LandesWelle Thüringen (11,1%) liegen zwei weitere Sender über der 10%-Grenze. Als Fünfter folgen Radio PSR und radio SAW gleichauf mit 3,7%.
Sachsen: Auch in Sachsen regiert der mdr. mdr 1 Radio Sachsen verfügt über einen Marktanteil von 29,8%. Deutlich dahinter belegt Radio PSR mit 16,3% Rang 2, gefolgt von Jump (10,6%), dem Sachsen-Funkpaket (6,7%) und Hitradio RTL Sachsen (6,3%).
Bayern: In Bayern kämpfen gleich drei Anbieter über der 20%-Hürde um die Macht. Platz 1 geht dabei weiter an Antenne Bayern – mit 28,6%. Das Bayern-Funkpaket verfügt über einen Marktanteil von 24,6%, Bayern 1 über 22,7%. Auch Bayern 3 hat mit 15,3% einen für Viertplatzierte recht hohen Marktanteil. Bei so vielen großen Zahlen ist es auch kein Wunder, dass 2,0% für den fünften Platz reichen. Ihn belegen gleich auf Bayern 2, B5 aktuell und Radio Arabella.
Nordrhein-Westfalen: Im bevölkerungsstärksten Land führt die übermächtige Senderkette radio NRW – mit starken 32,4%. Mit etwas mehr als der Hälfte der radio-NRW-Hörer folgen zwei WDR-Sender auf den Silber- und Bronze-Rängen: WDR 4 mit 18,7% und 1Live mit 18,1%. WDR 2 gehört ein 15,4%-Teil des Marktanteilskuchens, SWR3 und NDR 1 Niedersachsen belegen mit je 2,7% Platz 5.
Hessen: Auch in Hessen gibt es einen herausragenden Marktführer. Hit Radio FFH führt mit 31,9% deutlich vor der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz. Die besteht hauptsächlich aus hr4 mit 19,8% und hr3 mit 16,9%. hr1 folgt mit 6,3%, die FFH-Tochter planet radio hat sich 4,3% der Hörer gesichert.
Rheinland-Pfalz: Wesentlich spannender geht es in Rheinland-Pfalz zu. Zwar hat auch hier ein Privatsender die Nase vorn – mit 23,0% führt RPR1 allerdings mit wesentlich geringerem Vorsprung gegenüber SWR3 (20,9%). Bedeutende Marktanteile haben auch SWR4 RP (17,3%) und SWR1 RP (13,6%). Platz 5 geht dann wieder an den Privatfunk: Dort findet sich bigFM Hot Music Radio mit 6,3%.
Baden-Württemberg: Der Südwesten bleibt fest in Hand des SWR. Gleich drei Sender der Anstalt führen die Tabelle an, erst dahinter folgen die in einem recht zersplitterten Markt erfolgreichsten Privatsender. Marktführer ist SWR4 BW mit 24,0%, dahinter folgen SWR3 mit 19,4% und SWR1 BW mit 12,2%. Hit Radio Antenne 1 verfügt über 10,2% der Hörer, Radio 7 über 5,6%.
Saarland: Einer der kleinsten Radiomärkte des Landes ist gleichzeitig einer der spannendsten. Marktführer SR 3 Saarlandwelle (26,3%) führt ganz knapp vor SR 1 Europawelle (25,7%) und Radio Salü (24,6%). Weit dahinter belegen SWR3 mit 6,7% und RTL Radio mit 6,1% die Ränge 4 und 5.
Berlin: Ganze 11,4% reichen im heißesten Markt der Republik für die Spitzenposition aus. Die gehören dem Berliner Rundfunk 91!4 und damit auch der Platz 1. Direkt dahinter folgen 104.6 RTL mit 10,8% und Antenne Brandenburg mit 10,3%. Auf den Rängen 4 und 5 folgen schließlich radioBerlin 88,8 (9,2%) und radio eins (8,1%).
Brandenburg: Antenne Brandenburg führt mit 19,2% vor BB Radio (18,7%) auf einsamer Flur. Unter der 10%-Hürde folgen eng beieinander der Berliner Rundfunk 91!4 (7,8%), Fritz (6,8%) und rs2 (6,4%).

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