Premiere: Murdoch will zwei Aufsichtsräte

Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation beansprucht mehr Mitsprache bei Premiere. Wenn die Aktionärsversammlung des Bezahlsenders am 12. Juni über den Umbau des Aufsichtsrats abstimmt, soll das Gremium von bisher drei auf sechs Mitglieder aufgestockt werden – zwei davon will Murdoch schicken, wie die "FAZ" berichtet. Erst letzte Woche hatte Murdoch seine Beteiligung an dem Sender um 2,7 Prozent erhöht und damit Vermutungen bestätigt, dass der Großaktionär sein Engagement bei dem Münchner TV-Sender ausbauen will.

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Sein Anteil von nun 22,7 Prozent dürfte nach „FAZ“-Angaben ausreichen, um den gewünschten schnellen Umbau des Aufsichtsrats durchzudrücken und Vorstandschef Michael Börnicke künftig auf die Finger schauen zu können.

Newscorp ist seit Januar größter Aktionär des Bezahlsenders, der aktiv die Ausweitung seiner Geschäftsfelder vorantreibt. So bekundete das Unternehmen am Montag Kaufinteresse am Fernsehsender Sat.1, der momentan von Quotenrückgang und enttäuschenden Zahlen gebeutelt ist. ProSiebenSat.1 dementierte auf Anfrage der „Welt“: „Es gibt weder die Absicht, noch werden Gespräche über einen Verkauf von Sat.1 geführt“.

Mittelfristig plant Premiere den Zusammenschluss mit einem reichweitenstärkeren Free-TV-Sender, um die angepeilten Umsatzzahlen von zwei bis drei Milliarden Euro zu erreichen. Diese waren zuletzt rückläufig und von 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf 984,5 Millionen Euro in 2007 gesunken. Zudem will der Pay-TV-Kanal Sicherheitslücken im Codierungssystem schließen und um die Fußball-Bundesligarechte mitbieten.

Verstärktes Interesse am deutschen TV-Markt signalisierte Newscorp, als der Konzern im März eine Sendelizenz bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) für einen deutschen Fox Channel beantragte. Das aktuelle Kaufinteresse an Sat1 und die Einflussnahme bei Premiere bestätigen die Vermutung der „Süddeutschen Zeitung“: Der Plan Murdochs, im deutschen Fernsehen „zur Größe“ zu werden.

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