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NBC-Chefstratege: Das sind die Mega-Trends

Fernsehen und Print sterben nicht, das Internet wächst, das Multitasking nimmt zu und digitale Festplattredorder sind der Mega-Trend der Stunde. Beim Internationalen Mediendialog in Hamburg präsentierte Horst Stipp, Vice President Primary and Strategic Research von NBC Universal, die zehn Schlüsseltrends der amerikanischen Medienbranche. Überraschend: Handy TV und mobile Videoanwendungen haben zumindest bei den Nutzern noch nicht den hohen Stellenwert, den man ihnen beimisst.

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1. Mehr Medien in derselben Zeit, mehr Multitasking

Die durchschnittliche US-Mediennutzung liegt im Moment bei rund acht Stunden pro Tag – ein seit Jahren stabiler Wert. Mittlerweile packen die User jedoch in dieses Zeitbudget den Inhalt von zwölf Stunden. Heißt: Das Multitasking nimmt zu.

2. Mehr Wettbewerb – Fragmentierung der Nutzerschaft
In den USA kämpfen bereits rund 700 Kanäle um Kunden. Im Durchschnitt kann jeder Amerikaner 118 Kanäle empfangen. Die Folge: Die großen Sender verlieren stetig an Zuschauern und die Spartensender legen zu. In Deutschland ist diese Entwicklung nicht so extrem, lässt sich aber auch beobachten.

3. Der Erwerb neuer Medientechnologien steigt weiter
Ob MP 3-Player, Spielkonsolen oder Handys: Die Anzahl der Endgeräte, über die Medieninhalte transportiert werden, nimmt immer weiter zu.

4. Die Online-Nutzung und ihr Stellenwert verändern sich
Vor zehn Jahren wurde das Web hauptsächlich zur Informationsbeschaffung genutzt. Mittlerweile geben die User als Online-Hauptbeschäftigung „Unterhaltung“ an. Vor allem der Bewegtbild-Sektor wächst. Darunter fallen kleine Video-Schnipsel, a la YouTube, aber auch das Abrufen ganzer TV-Serien über das Internet.

5. Time Shifting
Das Zeitversetzte sehen von TV-Inhalten explodiert. Immer mehr Kunden haben Festplattenrekorder und nutzen die „Timeshift“-Funktion. Die DVR-Besitzer schauen heute schon die Hälfte aller Sendungen zeitversetzt. Dazu steigt die Zahl der On-Demand-Abrufe von Sendungen im Internet.  

6. User generated Content
Auch wenn selbst gemachte Texte oder Videos im Web zunehmen, werden sie langfristig nicht professionell produzierte Inhalte verdrängen. Ein gutes Beispiel dafür sind die YouTube Top-20. Rund 80 Prozent der beliebtesten Clips sind professionell produzierte TV-Schnipsel.

7. Interaktives Fernsehen
Es entstehen immer mehr interaktive TV-Angebote. Doch noch kein IPTV-Anbieter konnte sich bislang durchsetzen. IPTV wird kommen, aber nicht im nächsten Jahr.

8. Mobile Video
Ähnlich wie beim IPTV-TV gehören auch die mobilen Videoanwendungen zu den kommenden „Killerapplikationen“. Aber noch nicht heute, und auch nicht in den kommenden zwölf Monaten.

9. Werbung statt Paid Content
Bevor die Kunden für Medieninhalte zahlen, akzeptieren sie lieber Werbung, Sponsoring oder Productplacement. Bereits heute ist die Produktintegration in den USA sehr wichtig.

10. Das Nutzerverhalten verändert sich
Durch die rapide Zunahme von Festplattrekordern wird Werbung immer häufiger überspult. Neueste Untersuchungen zeigen aber, dass man Werbespots so aufbauen kann, dass die Nutzer  selbst im Schnelldurchlauf die Marke oder das Produkt identifizieren können.

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