Apple bringt das dünnste Laptop der Welt

Das "Macbook Air" ist das Highlight der Fachmesse MacWorld in San Francisco. Apple-Chef Steve Jobs begeisterte seine Anhänger mit dem, nach eigenen Angaben, "dünnsten Notebook der Welt". Auf knapp zwei Zentimeter Dicke und knapp 1400 Gramm Gewicht finden einige aufregende technische Details Platz. Als Zugabe offenbarte Jobs, in einer gewohnt gekonnten "Keynote"-Vorstellung, die Pläne für einen umfassenden Online-Filmverleih. Der Markt reagierte jedoch enttäuscht: die Apple-Aktie fiel um sieben Prozent.

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Bei der technischen Ausstattung hat Apple dem neuen Macbook Air eine Menge neuer Raffinessen mitgegeben. Im Gegensatz zur alten Macbook-Familie verfügt das neue Apple-Baby über ein Multitouch-Trackpad. Durch Auf- und Zuziehen, Streichen oder Drehen kann Text eingezoomt, oder durch Fotoalben geblättert werden. Die Steuerung gleicht der sensationellen Bedienbarkeit des iPhones und des iPod Touches. Mit dem Macbook Air schafft Apple den Einstieg in den Subnotebookmarkt. Den Bereich für Notebooks unter zwei Kilogramm konnten bisher allein Microsoft-Windows PCs wie etwa Modelle von Sony oder Dell unter sich aufteilen.

Eine weitere Neuerung – zumindest für Apple – findet sich im Display des neuen Macbooks. Was andere Anbieter schon vorgemacht haben, hat nun auch Apple für sich entdeckt: Der LCD-Bildschirm wird beim Air durch LEDs beleuchtet. Das erlaubt eine dünnere Bauweise, bei gleichzeitig hellerer und gleichmäßigerer Ausleuchtung. Zudem glänzt die Entwicklung durch geringeren Strombedarf. Mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale bietet das Notebook eine verhältnismäßig große Arbeitsoberfläche und dürfte damit sogar seinen schwereren Macbook-Brüder Konkurrenz machen.

Auf eine weitere wirklich sinnvolle Innovation müssen die meisten Air-Kunden wohl verzichten, wollen sie nicht fast den doppelten Preis des ohnehin schon 1 699 Euro teuren Notebooks bezahlen: Das 64 GB Solid State Laufwerk. Das ist ein Flash-Speichermedium, ähnlich dem einer Speicherkarte für Digitalkameras, das ohne rotierende Teile auskommt, daher weniger verschleißanfällig ist und geringen Stormverbrauch aufweist. Laut Jobs sei es „wahnsinnig schnell”, nur leider auch wahnsinnig teuer.

Die übrigen Ausstattungsdetails brauchen sich nicht zu verstecken. Standardmäßig treibt den Rechner ein 1,6 Gigahertz Intel-Core-2-Duo an, der gegen Aufpreis durch ein 1,8 Gigaherz-Modell ersetzt werden kann. Der Arbeitsspeicher beträgt üppige zwei Gigabyte und auch die Festplatte sollte mit 80 GB ausreichen. Alles in allem ist Apple seiner Linie treu geblieben und hat nur äußerst stromsparende Komponenten verbaut. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Der winzige Akku des Laptops soll über fünf Stunden halten.

Natürlich müssen bei einem Notebook dieser Größe auch Abstriche gemacht werden. Auf ein internes DVD-Laufwerk wurde aus Platzgründen verzichtet, genauso wie auf einen zweiten USB-Port. Der größte Wermutstropfen ist jedoch der Preis. Noch kostet der schicke Aluminiumbolide in vergleichbarer Ausstattung ungefähr 600 Euro mehr, als ein knapp ein Kilogramm schwereres Macbook. Dass Apple mit dem Subnotebook, das in zwei Wochen ausgeliefert werden kann, dennoch Erfolg haben wird, glauben nicht nur die vielen begeisterten Mac-Fans. Diese führten nach der Apple-Premiere den Messaging-Sevice Twitter an seine Grenzen. Der Kurznachrichten-Dienst brach zusammen, nachdem tausende ihre Begeisterung in einem Einzeiler zum Ausdruck brachten.

Im weiteren Verlauf der Präsentation kündigte Jobs für sein Musik- und Filmportal iTunes die Zusammenarbeit mit elf großen Hollywood-Studios an – darunter Universal, MGM, Sony und Paramount – die ab Ende Februar über 1000 Kinofilme zur Miete anbieten. Vorerst allerdings nur in den USA. Die Zuschauer der Veranstaltung waren von den Neuvorstellungen offenbar mehr begeistert als die Anleger: Die Apple-Aktie verlor am Dienstag über sieben Prozent.

Video der MacWorld-Präsentation (Apple.com)

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