15 Millionen trauern mit Franck Ribéry

Schon wieder ein EM-Rekord: Das bittere 0:2-Aus der Franzosen gegen Italien mit dem Beinbruch von Frank Ribéry sahen am Mittwoch 15,35 Mio. im ZDF. Damit war das Match das bisher meistgesehene Spiel der EM ohne deutsche Beteiligung. Auch im jungen Publikum war das Spiel die dominierende Sendung - mit 6,93 Mio. 14- bis 49-Jährigen - ein Zielgruppen-Marktanteil von 51,8%. Behaupten konnte sich gegen die Fußball-EM bei den jungen Zuschauern nur ein Sender: RTL mit "CSI: Miami" und "Dr. House".

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Die beiden RTL-Serien-Hits schalteten immerhin 1,96 Mio. („CSI: Miami“) und 2,19 Mio. („Dr. House“) 14- bis 49-Jährige ein – angesichts der EM-Konkurrenz gute Zielgruppen-Marktanteile von 17,0% und 15,7%. Andere ender hatten keine Chance in der Prime Time, nur ProSiebens „Category 7“ kam noch knapp in die Tages-Top-20 – allerdings mit nur 820.000 Werberelevanten und einem unschönen Marktanteil von 6,5%. Besser lief es dort am Vorabend – mit guten Zahlen für „Die Simpsons“ und „Galileo“ – ebenso wie bei Vox, wo „Das perfekte Dinner“ endlich mal wieder über die 10%-Hürde sprang. Die Dienstags-Quoten in der Detail-Analyse:
RTL (12-Monats-Durchschnitt: 15,8% / Dienstag: 15,5%): Nach den wie immer sensationell guten 26,2% für „Punkt Zwölf“ gab es diesmal vergleichsweise hoffnungsvolle Zahlen für „Mitten im Leben“ und „1 gegen 100“: 11,8% bis 13,3%. Das sind zwar auch noch keine befriedigenden Werte, aber zumindest schonmal höhere als zuletzt. Wesentlich besser lief es für die üblichen Hits „Unter Uns“ (19,8%), „RTL aktuell“ (19,8%) und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (23,0%). Am Hauptabend folgten dann die erwähnten 17,0% für „CSI: Miami“ und 15,7% für „Dr. House“, sowie anschließend etwas schwächere 13,3% für „Monk“ und 13,5% für „Law & Order“.
ProSieben (12M: 11,8% / Di: 9,2%): In Unterföhring kann man wieder einmal sehr zufrieden mit „We are Family!“ sein. Überaus starke 18,5% holte die Doku-Soap diesmal um 14 Uhr, setzte sich damit auch vor Sat.1-Konkurrent „Zwei bei Kallwass“. Die 15,9% für „U20“, die 14,5% für „Deine Chance!“, die 16,8% für „Taff“ und die 15,9% für „Die Simpsons“ rundeten einen exzellenten ProSieben-Nachmittag ab, der wohl auch etwas über die schwache Prime Time hinwegtröstet. Dort blieben dem Sender nämlich nur 6,5% für „Category 7“ und 7,0% für „Running Man“.
Sat.1 (12M: 10,7% / Di: 8,3%): Bei Sat.1 lief es am Nachmittag ebenfalls gut. „Zwei bei Kallwass“ erkämpfte sich 17,4%, „Richterin Barbara Salesch“ anschließend 16,0%, „Richter Alexander Hold“ 17,6% und die erste „Niedrig und Kuhnt“-Folge 17,4%. Bis 19.25 Uhr waberten die Sat.1-Marktanteile dann im Mittelmaß, anschließend folgte der Sturz nach unten. „Das Sat.1 Magazin“ kam auf 8,6%, die „Sat.1 Nachrichten“ auf 6,3% und die Prime-Time-Sendungen „Reine Formsache“ und „Akte 2008“ auf 4,8% und 5,0%.
Vox (12M: 7,8% / Di: 6,2%): Endlich wieder eine 10 vor dem Komma! Nach vielen EM-geschädigten Tagen hat „Das perfekte Dinner“ bei Vox die wichtige Hürde wieder einmal genommen. 11,6% waren das gute Ergebnis. Auch „Unter Volldampf!“ wurde davon mitgerissen, kam immerhin auf 8,3%. Am Nachmittag hatte es zuvor weitgehend mittelmäßige bis enttäuschende Werte gegeben, erst um 18 Uhr sprang der „Wissenshunger“ auf 9,5%. In der Prime Time hatte aber auch Vox keine Chance gegen die EM: „Goodbye Deutschland!“ blieb bei 5,0% hängen, „Grenzenlos verliebt“ schaffte sogar nur 3,1%.
Das Erste (12M: 7,3% / Di: 5,5%): Im Ersten blieben im jungen Publikum ohne Fußball nach dem „Morgenmagazin“ alle Programme unter der 10%-Hürde. Sogar Telenovela-Hit „Sturm der Liebe“ schaffte nur 9,8%, war damit aber dennoch die Sendung mit dem höchsten Marktanteil. „Verbotene Liebe“ und „Marienhof“ erreichten im Gleichschritt 8,8%, die 20-Uhr-„Tagesschau“ 9,1%. In der Prime Time überzeugte „Die Landärztin“ nur bei den älteren Zuschauern, im jungen Publikum blieb sie mit 5,1% unter den Normalwerten des Ersten. „Plusminus“ mit 3,4% und die „Tagesthemen“ mit 2,1% liefen dann noch schlechter.
ZDF (12M: 6,9% / Di: 22,4%): Ohne EM keine jungen Zuschauer – auch diesmal. Bis zum Start der Vorberichte um 19.25 Uhr blieben alle ZDF-Sendungen im Mittelmaß stecken. Über die 7% hievten sich nur die „drehscheibe Deutschland“ mit 7,5% um 12.15 Uhr und „Die Küchenschlacht“ mit 7,4% um 14.15 Uhr. Der Fußball stellte das dann völlig in den Schatten und katapultierte sich auf grandiose Zahlen. 15,35 Mio. sorgten beim italienischen Sieg für einen Traum-Marktanteil von 50,0%, im jungen Publikum gab es sogar 51,6%.  Auch die anschließenden Analysen (36,0%), der „Nachgetreten!“-Klamauk (23,1%) und „heute nacht“ (20,1%) blieben noch in himmlischen Quotensphären.
RTL II (12M: 6,3% / Di: 5,3%): Bei RTL II kletterte zwischen 12 Uhr mittags und Mitternacht nur eine Sendung über die Sender-Normalwerte: „Big Brother“ mit 7,2%. Davor blieben u.a. die Comedyserien „Rodney“ und „Immer wieder Jim“ bei 5,3% bis 6,1% hängen. Um 20.15 Uhr fiel „Heirate mich!“ auf 4,8% – ein Marktanteil, bei dem auch „Exklusiv – Die Reportage“ verharrte.
kabel eins (12M: 5,4% / Di: 4,6%): Aus der Comedyklassiker-Armada stach diesmal nur „King of Queens“ heraus. Die beiden Episoden holten sich zwischen 15 Uhr und 16 Uhr 8,8% und 8,4%. Später erkämpfte sich „Abenteuer Alltag – so leben wie Deutschen“ gute 7,8%. In der Prime Time blieben auch kabel eins nur schwache Quoten: „Am wilden Fluss“ blieb bei 2,8% hängen, „Abenteuer Leben“ bei 3,1%.
Die kleineren Sender: Die meistgesehene n-tv-Sendung war am Dienstag die Live-Übertragung der DFB-Pressekonferenz. Immerhin 80.000 Werberelevante schauten sie bei n-tv – neben 70.000 bei Phoenix und 20.000 bei N24 – und brachten den n-tv-Marktanteil in dieser Zeit auf 2,8% und damit in etwa auf das Vierfache der Normalwerte. Erwähnenswert sind zudem die 2,3% für eine „Tatort“-Wiederholung im SWR Fernsehen und die 3,0 für eine „Polizeiruf 110“-Wiederholung im mdr Fernsehen. 
Das Gesamtpublikum: Die meistgesehene Nicht-Fußball-Sendung war am Dienstag „Die Landärztin“. Der ARD-Schmalz begeisterte 4,86 Mio. vornehmlich ältere Zuschauer – ein toller Marktanteil von 16,0%. Hinter der 20-Uhr-„Tagesschau“ folgt das diesmal meistgesehene Privat-TV-Format „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – 3,73 Mio. waren dort dabei. In der Prime Time lief es auch insgesamt halbwegs ordentlich für „CSI: Miami“ und „Dr. House“: 3,33 Mio. und 3,05 Mio. sorgten für Marktanteile von 11,5% und 9,5%.

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