35 Werber-Preise, aber kein Grand Clio

Bei den 49. Clio-Awards in Miami haben deutsche Werber sehr gut abgeschnitten. Insgesamt wurden 35 Arbeiten prämiert – mehr als je zuvor. Die Agentur Jung von Matt konnte mit drei silbernen und sechs bronzenen Statuen die meisten Auszeichnungen für sich verbuchen, allerdings war keine goldene darunter. Die Kreativen von Ogilvy & Mather dagegen hatten zwar mit sieben Statuen weniger Preise, holten aber dreimal Gold. Ein kategorie-übergreifender Erfolg für die Deutschen blieb jedoch aus.

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Ogilvy & Mather spricht von einem „historischen Sieg“, schreibt der „Kontakter“.  Die Agentur überzeugte vor allem mit der Mattel Matchbox-Kampagne „Young Drivers“. Gleich zweimal Gold gab es für diese Print-Anzeige, darüber hinaus einmal Silber und zweimal Bronze. Einfaches Gold für das Design und einmal Bronze für Online-Banner gingen an die Anzeige für den Malteser-Hilfsdienst.

Für den TV-Spot „Symphony in Red“ für das Dortmunder Konzerthaus kassierte Jung von Matt einmal Silber und dreimal Bronze. Zwei Preise konnte auch Jung von Matts Interactive-Unit Jung von Matt/next für sich verbuchen, einmal für die eigene Kampagne „Free-Floating 3D-Graffiti in Space – Tagged in Motion“ und einmal für „Get it straight“ für den Kunden Bosch.

Zu den Mehrfach-Ausgezeichneten gehört auch Nordpol mit insgesamt vier Statuen. Je einmal Gold und Silber gab es für den „Power of Wind“-Spot, den die Agentur im Auftrag von Epuron und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit entwickelt hat. Auch Scholz & Friends konnte mit zweimal Silber und zweimal Bronze vier Trophäen mit nach Hause nehmen, gefolgt von DDB Berlin mit drei Statuen. Die „Park Distance Control“-Kampagne für den Kunden Volkswagen erhielt je einmal Gold und Silber, Bronze gab es für die „Recycling-Kampagne“, ebenfalls für Volkswagen. Jeweils zwei Preise bekamen die Miami Ad School Europe (einmal Silber, einmal Bronze) und die Agentur Kempertrautmann (zweimal Bronze).
Was den deutschen Agenturen jedoch fehlte, war ein kategorie-übergreifender Erfolg: Keine der deutschen Kampagnen konnte einen „Grand Clio“ für sich verbuchen. „In Deutschland fehlt der Mut, gute Ideen umfassend zu inszenieren“, sagt Jury-Mitglied Bert Peulecke, Geschäftsführer Kreation von DDB Berlin im „Kontakter“. An kreativem Potenzial fehle es nicht. „Die Kunden müssen sich trauen, auch mal richtig hohe Budgets einzusetzen, wenn sie von etwas überzeugt sind.“ Erst dann sei es möglich, „zur internationalen Elite aufzusteigen“.
Die Werbeszene wird nach wie vor von US-Agenturen dominiert, allen voran von der McCann Worldgroup, die mit der „Halo-3“-Kampagne den TV-Grand-Clio gewann.

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