Rekordgewinn: Ebay schafft die Trendwende

Der neue Ebay-Chef John Donahoe feiert mit der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen einen glänzenden Einstand. Seit einiger Zeit stotterte der Wachstumsmotor des Unternehmens erheblich. Jetzt vermeldete Ebay überraschend ein mehr als kräftiges Plus um 22 Prozent auf 460 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Grund für das Unternehmen, die Prognose für das Gesamtjahr massiv anzuheben.

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„3… 2… 1… meins!“ Während Ebay-Versteigerungen bei den Käufern für glückliche Mienen sorgten, stimmten sie die privaten Verkäufer zunehmend  verdrießlich. Sie empfanden die Gebühren für den Verkauf von Artikeln auf Ebay  als zu hoch und verloren den Spaß am virtuellen Flohmarkt. Gleichzeitig stagnierte das Wachstum von Ebay angesichts der Konkurrenz durch andere Internet-Händler wie etwa „Amazon“. Denn Ebay ist längst nicht mehr nur Flohmarkt; der Konzern mit Sitz im kalifornischen San José macht sein Geschäft auch als Handelsplattform mit Verkäufen ohne Versteigerung.

Doch der neue Mann an der Konzernspitze hat jetzt das Ruder kräftig herumgerissen. Er hat zwar keine großen Visionen, wie bei seiner Einführung in der Presse bemängelt wurde, dafür aber durchaus wirksame Vorschläge. John Donahoes erste clevere, aber auch kontrovers diskutierte Maßnahme gegen den rasanten Kundenschwund: Er senkte die Gebühr für die Anbieter von Artikeln und erhöhte gleichzeitig die Provision, die bei dem tatsächlichen Verkauf ansteht – bis zu acht Prozent. Obwohl die professionellen Verkäufer nun klagten, dass ihre Gewinnmarge damit nicht mehr attraktiv sei, zeigt das neue Gebührenmodell bereits erste positive Wirkung und lockt anscheinend mehr Privatanbieter. Die Zahl der eingestellten Artikel stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent.

„Das war ein sehr starkes Quartal“, sagt Donahoe, der offiziell Ende März die seit fast zehn Jahren amtierende Meg Whitman als CEO abgelöst hatte. Ebay steigerte seinen Reingewinn im ersten Quartal um 22 Prozent auf 459,7 Millionen Dollar. Das entspricht 34 Cent je Aktie und liegt damit drei Cent über den Erwartungen der Börsenexperten. 2007 war der Gewinn um zwei Drittel auf 348 Millionen Dollar zurückgegangen – allerdings auch durch Abschreibungen für die Internet-Telefonie-Tochter Skype. Der Umsatz des Unternehmens stieg im ersten Quartal 2008 um 24 Prozent auf 2,19 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen zeigt sich nun auch für den Rest des Jahres optimistisch. Trotz der schlechten Konjunkturaussichten erhöht Ebay seine Prognosen für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll 2008 nun zwischen 8,7 und 9,0 Milliarden Dollar liegen. Im Januar noch hatte der Konzern übervorsichtig – wie einige Marktbeobachter meinten  –  8,5 bis 8,75 Milliarden in Aussicht gestellt.

Ebay erwirtschaftet mehr als die Hälfte seiner Umsätze außerhalb der USA und wächst dort doppelt so stark. Deutschland ist für den Konzern mit rund 14,5 Millionen aktiven Mitgliedern der zweitgrößte Markt nach seinem Heimatmarkt USA. Neben den Online-Marktplätzen zählt das elektronische Bezahlsystem Paypal und der Internet-Telefondienst Skype zu Ebay.

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