Murdochs Web-Sparte schwächelt

Licht und und ein bisschen Schatten bei der Vorlage der Quartalszahlen von Rupert Murdochs News Corp. Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 07/08 hat der gesamte Medienkonzern Umsatz (8,75 Mrd. Dollar) und operativen Ertrag (1,4 Mrd. Dollar) um je 16 Prozent gesteigert. Aber ausgerechnet, das Zukunftsgeschäft bei Fox Interactive Media schwächelt. MySpace und Co. werden das Umsatzziel von 1 Mrd. Dollar für das Geschäftsjahr um ca. 10 Prozent verfehlen.

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Im vorgestellten dritten Quartal sank der Umsatz der Interactive-Sparte sogar von 233 auf 210 Mio. Dollar. Das ist offenbar der Grund, warum Fox Interactives Finanzchef Mike Barrett vergangenen Monat von Murdoch gefeuert wurde. Der alte Hai schätzt keine Under-Performer. COO Peter Chernin erklärte nun vor Presse und Analysten, dass das Umsatzziel von 1 Mrd. Dollar sehr aggressiv gewesen sei. Man sei im Konzern auch mit 900 Mio. Dollar Umsatz zufrieden. Na ja.
Das Hauptproblem für die Interactive-Sparte sei die Schwierigkeit, den wirtschaftlichen Wert eines Freunde-Kontakts bei einem sozialen Netzwerk wie MySpace zu messen. MySpace hat alleine in den USA ca. 73 Mio. aktive Nutzer. Wie sich die aber zu Geld machen lassen, wissen auch Murdoch und seine Leute noch nicht. Das ist in der Tat das Problem, vor dem alle großen sozialen Online-Netzwerke stehen. Holtzbrinck hat in Deutschlabd auch noch keinen Schimmer, wie sich die Millionen Nutzer bei studiVZ monetarisieren lassen. Schon spekulieren Analysten, die nicht eingetroffenen Erwartungen bei MySpace könnten die Bewertungen von Konkurrenz-Netzwerk Facebook beeinträchtigen.
Erfreulicheres hat Murdoch bei den alten Medien zu berichten. Sein Neuerwerb Dow Jones („Wall Street Journal“) mache ihm uneingeschränkt Freude. „Je länger ich mich mit diesem Unternehmen befasse, desto mehr Gelegenheiten erkenne ich das Geschäft zu verbessern und zu erweitern“, sagte er. Mancher Dow-Jones-Angestellte mag diese Äußerung auch als Drohung verstehen.
Murdoch bestätigte auch, dass er rund 580 Mio. Dollar für die US-Zeitung „Newsday“ bietet. Er will die Verwaltung mit seiner „New York Post zusammenlegen und so 100 Mio. Dollar pro Jahr sparen. Die kann er dann wieder nutzen, um sein Online-Geschäft voranzubringen.

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