Krisenstimmung bei Facebook

Gleich an vier Fronten gerät ist das Social Netzwerk Facebook aktuell unter Druck. Erstens: Google und MySpace schmieden mit Friend Connect und Data Availability neue Allianzen. Zweitens: In Europa wächst die Seite nur schleppend. Drittens: Die Werbeeinnahmen bleiben hinter den Erwartungen zurück und viertens: Microsoft diskutiert angeblich die Möglichkeit Facebook zu kaufen. Und was macht Chef Mark Zuckerberg in solchen Krisenzeiten? Der urlaubt für vier Wochen in Indien.

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Offiziell macht Facebook keine Angaben über den aktuellen Aufenthaltsort seines Gründers Mark Zuckerberg. Das Unternehmen sagt lediglich, der 23-Jährige sei für vier Wochen „in der ganzen Welt“ unterwegs, um sich zu entspannen und um die Weiterentwicklung wichtiger Märkte zu kümmern. Deutschland wäre dann ein logischer Zwischenstop für den US-Amerikaner. Denn nach einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Nielsen Online zählte die deutsche Facebook-Seite im ersten Quartal 2008 lediglich 1,2 Millionen Besucher. Auf der am morgigen Mittwoch in Hamburg stattfinden Facebook-Entwickler-Konferenz wird Zuckerberg jedoch nicht auftauchen. Laut des US-Blogs „All Things Digital“ ist er mit Laptop und Rucksack in Indien unterwegs.

Damit fehlt der Chef seinem Unternehmen in einem – möglicherweise – entscheidenden Moment. Die junge Führungsriege, die das Netzwerk aufbaute und die Online-Welt mit ihrer Vision einer offenen Plattform revolutionierte, wird derzeit von alten Management-Hasen verdrängt. Innerhalb der vergangenen Wochen besetzten die erfahrenen Google-Manager Sheryl Sandberg als neue Chief Operating Officer, Elliot Schrage als PR-Chef und Gideon Yu als Finanz-Vortand Schlüsselpositionen.

Prominentestes Opfer der Umstrukturierung ist der bisherige Technik-Chef Adam D’Angelo. Der ehemalige Schulkamerad von Mark Zuckerberg gab am Pfingstwochenende sein Ausscheiden aus der Firma bekannt. Gerüchten zufolge kam der 23-Jährige nicht mit der Aufgabe zurecht, für rund 100 Millionen Dollar die gesamte technologische Infrastruktur von Facebook auf- bzw. umbauen zu müssen. Offizieller Ausstiegsgrund: Sein bislang dreijähriges Berufsleben hat D’Angelo soviel Kraft gekostet, dass er erst einmal ein Jahr Pause inklusive einer Weltreise machen will.

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