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G+J stellt Strafanzeige wegen Telekomgate

Der Verlag Gruner + Jahr hat in der Telekom-Spitzelaffäre Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Das hat die Geschäftsführerin der G+J Wirtschaftspresse, Ingrid Haas. gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigt. In der Spitzelaffäre sollen zwei G+J-Journalisten von der Telekom ausgespäht worden sein. Auch die Verlagsgruppe Handelsblatt hat Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch, Bruch des Fernmeldegeheimnisses und Verstoß gegen den Datenschutz gestellt.

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Im Jahr 200 soll eine Detektei im Auftrag der Telekom den damaligen „FTD“-Chefreporter Tasso Enzweiler überwacht haben, im Jahr 2005 soll der „Capital“-Redakteur Reinhard Kowalewsky ausspioniert worden sein. Bei der Verlagsgruppe „Handelsblatt“ soll eine Redakteurin der „WirtschaftsWoche“ ausgespäht worden sein. Die Telekom soll sogar einen Maulwurf in die „Capital“-Redaktion eingeschleust haben, um Kowalewsky Kontakte zum Telekom Aufsichtsrat nachzuweisen. Wer der Maulwurf war, ist bislang unklar. Unter anderem wegen diesem Maulwurf hat G+J Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gegen Unbekannt gestellt. Zudem sollen Telekom-Spitzel versucht haben, in Räumen der „Financial Times Deutschland“ zu filmen.

Die G+J-Managerin Haas sagte, der Verlag habe sich gleich nach Bekanntwerden der Spitzel-Vorwürfe schriftlich an die Telekom gewandt und um Aufklärung gebeten, man habe aber keine Antwort erhalten. Bei der Telekom verweist man auf die laufenden Ermittlungen und darauf, dass nur die Staatsanwaltschaft befugt sei, Auskünfte zu erteilen. Die Anwälte der Verlagsgruppe Handelsblatt fordern trotzdem von der Telekom, den betroffenen Journalisten sofort alle Daten offenzulegen.

Die Staatsanwälte ermitteln gegen insgesamt acht Personen, darunter der ehemalige Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Sie werden verdächtigt direkt oder indirekt die Spitzeleien gegen Journalisten in Auftrag gegeben zu haben. Die ausgespähten Journalisten hatten mehrfach über Interna aus Aufsichtratssitzungen der Telekom berichtet. Ein Sicherheitsunternehmen und eine Detektei hat im Auftrag der Telekom schließlich Personen-Überwachungen vorgenommen und Telefon-Verbindungsdaten illegal ausgewertet, um den möglichen Informanten im Aufsichtsrat zu enttarnen.

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