Abmahnwelle gegen Bilderklau im Web

Die Bildagentur Getty Images überzieht deutsche Seitenbetreiber derzeit mit Abmahnungen. Die Agentur fordert bis zu 1700 Euro für die mehrfache Nutzung eines Fotos auf einer Website. Sogar Seitenbetreiber, die Foto-Lizenzen völlig rechtens bei Getty gekauft haben, wurden bereits abgemahnt. 110 dieser Betroffenen lassen sich mittlerweile von Anwälten vertreten.

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Getty-Sprecherin Alison Crombie betont: „Wir haben eine starke Beziehung zu unseren Kunden und arbeiten daher eng mit ihnen zusammen, um mögliche Missverständnisse zu klären und eine einvernehmliche Lösung zu finden.“ Doch die „enge Bindung“, von der Crombie im Gespräch mit Spiegel Online berichtet, besteht momentan vor allem aus Abmahnungen, Androhungen und aus außergerichtlichen Einigungen. Grund dafür sind vor allem neue Bild-Suchdienste im Web wie PicScout, die Millionen von Internetseiten nach einem bestimmten Foto absuchen können. Externe Firmen spüren für die Agentur auf diese Weise Urheberrechtsverletzungen auf. Für die Bildagentur das einzig wirksame Mittel gegen Bilderklau.

Doch mittlerweile scheint Getty die Suche nach Lizenzverletzungen zu überziehen. Selbst Seitenbetreiber, die Bild-Lizenzen bei Getty erworben haben, sind nicht vor Abmahnungen gefeit. Im Internet haben die Betroffenen ein Forum gegründet (LINK), in dem sie sich über die Abmahnwelle auslassen. Dort werden auch Geschädigte gesucht, die einen Prozess gegen Getty anstreben.

Viele Seitenbetreiber vermuten hinter der Abmahnwelle „Kalkül: wer verängstigt ist, zahlt“. Denn den Seitenbetreibern, die teils zu Recht, teils zu Unrecht,  von Getty beschuldigt werden, Bilder ohne Lizenz benutzt zu haben, wird schon bald nach der ersten Abmahnung eine außergerichtliche Einigung vorgeschlagen. 2000 Euro kostet das mindestens. Trotz des hohen Preises lassen sich viele Seitenbetreiber darauf ein – aus Angst vor den Kosten eines Prozesses.

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